-- Schwerpunkt: Israel und Nahost
Judentum und Israel
haGalil onLine - http://www.hagalil.com

haGalil online

Anklage gegen Staatspräsident Katzav: Rücktritt gefordert

Die Forderungen nach einem Rücktritt von Staatspräsident Moshe Katzav werden nach der Ankündigung von Generalstaatsanwalt Menachem Mazuz, Katzav wegen sexuellen Verbrechen inklusive Vergewaltigung anzuklagen, stärker...

In der Zwischenzeit haben Parlamentarier verschiedener Knessetfraktionen damit begonnen, Unterschriften zu sammeln, um eine Petition an den Knesset-Geschäftsausschuss zu unterstützen, ein Verfahren zur Amtsenthebung von Katzav zu beginnen. Sollte Katzav sich weigern freiwillig die Amtsgeschäfte ruhen zu lassen, wird erwartet, dass eine Mehrheit von 90 Knessetmitgliedern zustande kommt, die für eine Amtsenthebung des Präsidenten notwendig ist. Mehrere Fraktionen äußerten ihre Überzeugung, dass Katzav freiwillig die Amtsgeschäfte ruhen lassen sollte. Falls Katzav diesen Aufrufen nicht folgen sollte, würden sie eine Amtsenthebung anstreben. Gideon Sa´ar, Mitglied des Likud, dem Katzav zugehörig ist, forderte Katzav ebenfalls auf, unter den derzeitigen Umständen, sein Amt ruhen zu lassen.

Im Fall, dass Katzav seine Amtsgeschäfte ruhen lässt, wird die Sprecherin der Knesset, Dalia Itzik, die Geschäfte des Staatspräsidenten übernehmen.

In der Zwischenzeit haben sich mehrere Minister dem Aufruf zum Rücktritt des Präsidenten angeschlossen. Justiz- und Außenministerin Tzipi Livni (Kadima) sagte: „folgend der Anklage [wegen Vergewaltigung] gegen den Präsidenten, wäre es von ihm angemessen, zurück zu treten“. Bildungsministerin Yuli Tamir (Labor) erklärte, dass „es in der gegenwärtigen Situation unmöglich sei, den Schülern Respekt gegenüber der Institution des Präsidenten beizubringen und Bilder eines Präsidenten in den Schulen aufzuhängen, dem grobe Verstöße angelastet werden“.

Auf der anderen Seite drückten Freunde von Katzav ihre Hoffnung aus, dass die Anklagepunkte gegen den Präsidenten fallen gelassen werden.

(Haaretz, 24.01.07, israel. botschaft)

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 24. Januar 2007, noch einige Schlagworte aus der Rede Katzavs

In den ersten Minuten seiner Rede sagte Katzav: „Auch wenn es eines Weltkriegs bedarf, werde ich für meinen guten Ruf und meine Unschuld kämpfen.“ Weiter ging es mit Sprüchen wie: „Verschwörungstheorien...häßliche Fehmekampagne...öffentliche Gehirnwäsche der Presse...Lynch durch unverantwortliche Journalisten, die ihre Ethik verloren haben....haarsträubende Gerüchte...giftiges Tröpfeln von Lügen in der Presse.“ Es ging weiter mit dem Satz: „Ich habe das alles nur überstanden, weil ich die Wahrheit kenne und weiß, dass ich unschuldig bin.“

Wenig später, als ein Journalist einen Einwand rief, brüllte der Präsident, fuchtelte mit den Armen und verlor die Fassung.

Category: Politik
Posted 01/24/07 by: admin

Comments

no comments yet


Add Comments








- - -