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Judentum und Israel
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Livnis Wahlsieg

Schon ist die Rede von einem Wandel in der Politik Israels, weil doch die Friedenstaube den Hardliner bei den parteiinternen Wahlen der Kadima-Partei mit einer denkbar knappen Mehrheit besiegt habe. Manchen kommen schon verzückte Freudetränen, weil endlich eine gut aussehende Frau die harten Militärs ablöse und die Nachfolge der legendären Golda Meir antreten könnte...

Ein Kommentar von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 18. September 2008

Dabei sollten gerade diese Klischees umgehend demontiert werden. Vergessen ist, dass Golda Meir in Schande zurücktreten musste, weil sie aus Sturheit nicht die Zeichen des bevorstehenden Jom-Kippur-Kriegs im Oktober 1973 wahrnehmen wollte. Um ein Haar hätte der ägyptisch-syrische Überraschungsangriff das physische Ende Israels bedeutet. Ausgerechnet der Hardliner Menachem Begin machte Frieden mit Ägypten. Mit Hilfe des anderen „Hardliners“, Ariel Scharon, ließ er alle Siedlungen im Sinai räumen. Im August 2005 war es wieder der „Hardliner“ Scharon, der Gaza und Siedlungen im Westjordanland räumte, während zuvor der „gemäßigte“ Ehud Barak der Arbeitspartei jene fatalen Fehler machte, die zum Ausbruch der zweiten Intifada mit 1000 israelischen und über 4000 palästinensischen Toten führten. Baraks Politik hat auch den Weg zum Libanonkrieg von 2006 geebnet, den der „Zivilist“ Ehud Olmert ausfechten musste.

Und was hat das alles mit Zipi Livni zu tun? die vielleicht nach ungewissen Koalitionsverhandlungen Ehud Olmert als Premierministerin beerben könnte? Die intelligente und bei Verhandlungen offenbar gewiefte Anwältin stammt aus einem erzrevisionistischen Elternhaus. Und schon beim Wahlkampf machte sie klar, dass sie Verhandlungen mit Erzfeinden wie Hisbollah, Hamas und Iran kategorisch ausschließt, weil die Israels Existenz auslöschen wollen. Livni habe keine Probleme, den erzkonservativen Avigdor Liberman ins Kabinett aufzunehmen und auf Kosten der „linksliberalen“ Arbeitspartei den rechtsgerichteten Benjamin Netanjahu mitsamt Likudblock als Koalitionspartner zu akzeptieren. Livni sollte deshalb als pragmatische Politikerin und nicht als Traumfigur friedensbewegter Europäer eingeordnet werden.

Wo sich Livni zwischen friedensstiftenden „Hardlinern“ und kriegsführenden „Gemäßigten“ einreiht, muss abgewartet werden.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

Category: Politik
Posted 09/18/08 by: admin



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