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Chirac: Syrien ist ein Mörderstaat

"Syrien ist ein gefährlicher Staat, totalitär und mörderisch. Syrien ist schlimmer als Nordkorea und man sollte mit Syrien keinen Dialog führen." Diesen Satz habe kein Anderer als Präsident Jacques Chirac während eines Privatgesprächs mit einer "hohen europäischen Persönlichkeit" geäußert. Die Zitate gelangten auf unbekannten Wegen zum israelischen Außenministerium und von dort zur Zeitung "Jedijot Achronot"...


Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 18. Dezember 2006

Aus dem Gespräch, das die große Schlagzeile der Zeitung am Montag machte, wird weiter berichtet, dass Präsidenten Bashar Assad – nach Ansicht Chiracs - an der Spitze des "korruptesten Staates der Welt" stehe. Ohne zu zögern benutze Syrien politische Morde als politisches Mittel. Weiter meinte Chirac, dass Assad plane, den libanesischen Premierminister Fouad Siniora zu stürzen, um im Libanon einen Bürgerkrieg auszulösen. Dadurch – so Chirac – hoffe Assad, endgültig von dem Verdacht gegen Syrien ablenken zu können, den libanesischen Politiker Rafik Hariri ermordet zu haben.

Im Jerusalemer Außenministerium war man nicht sehr überrascht über die Worte des als proarabisch geltenden Präsidenten Chirac. Seit der Ermordung seines persönlichen Freundes Hariri habe Chirac schon mehrmals heftige und undiplomatische Kritik an Syrien geäußert. Zudem sei Chirac bekannt für seine "offenen Worte".

Ovadia Sofer, ein ehemaliger israelischer Botschafter in Paris und guter Kenner Frankreichs erklärte im Radio, dass auch er nicht wisse, wie der Inhalt dieses "Privatgesprächs" von Chirac mit einem hochrangigen Europäer dem israelischen Außenministerium zugespielt worden sei. Er zweifelte aber nicht an der Echtheit des Inhalts. Frankreich habe es sich immer schon zur Aufgabe gemacht, den Libanon zu verteidigen, der bis heute von Syrien nicht als separater Staat anerkannt worden sei.

Die Schlagzeile von Jedijot Achronot schürte das Feuer einer hitzigen israelischen Diskussion, ob der jüdische Staat der "syrischen Bereitschaft zu Friedensgesprächen" Folge leisten sollte. Linksgerichtete Politiker meinen, dass man keinen Versuch unterlassen sollte, Frieden auch mit Syrien zu erreichen. Doch das Misstrauen gegenüber Syrien ist groß. Die Haltung von Vizepremier Schimon Peres scheint sich in der Regierung eher durchzusetzen: Syrien versuche vom internationalen Druck abzulenken und biete deshalb Friedensgespräche mit Israel an. Doch Israel dürfe jetzt nicht den Amerikanern in den Rücken fallen, solange über Syrien Attentäter in den Irak geschleust würden. Zudem werde die libanesische Hisbollah verstärkt über Syrien wieder aufgerüstet und Syrien als Teil der "Achse der Bösen" gesehen werde. Ehe Friedensgespräche denkbar seien, müsse Syrien die Büros der radikalsten palästinensischen Terrorgruppen schließen. Unter Anderem hat Chaled Maschal, "Außenchef" der Hamas-Organisation, seinen Sitz in Damaskus. Auch die enge Kooperation zwischen Syrien und Iran sei kein Indiz für die Ernsthaftigkeit eines syrischen Wunsches, mit Israel zu diesem Zeitpunkt Frieden schließen zu wollen.

Wesentlich diplomatischer aber ebenso kritisch äußerte sich jüngst Bundeskanzlerin Angela Merkel über Syrien, nachdem Außenminister Frank-Walter Steinmeier Damaskus besucht hat. "Ich muss allerdings sagen, dass das Ergebnis leider ... bis jetzt uns keinerlei positiven Signale sendet. Und Syrien muss wissen, ohne solche positiven Signale kann die Kooperation mit Syrien nicht stattfinden."

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

Category: Nahost
Posted 12/18/06 by: admin

Comments

wrote:
Wie sieht die Geschichte Syriens aus?
12/19/06 09:04:31

wrote:
Da lachen ja die Hühner, über solch einen "seriösen" Journalismus.

Da hat also Chirac bei einer Gelegenheit, man weiss nicht wo man weiss nicht wann, einem anderen gegenüber, man weiss nicht wer, Syrien als Mörderstaat bezeichnet, und diese Bemerkung gelangt, man weiss nicht wie, an die grosse Zeitung, und die macht umgehend eine Schlagzeile daraus.

So what. Alleine hier in Deutschland gibt es Hunderte, wenn nicht Tausende oder gar viele Millionen, die zu jeder beliebigen Zeit an jedem Ort offen oder unter der Hand den Staat Israel als Mörderstaat bezeichnen, ohne dass es einer grossen Schlagzeile bedarf.

Wozu denn auch, die deutschen Leser erfahren ja genug Fakten über Israel, über israelische Streubomben und Phosphorbomben, über israelische Flächen-Bombardierungen von Wohnvierteln, über israelische "gezielte Tötungen" von Frauen und Kindern.

Aber in diesem Fall Chirac geht es ja auch garnicht um irgendwelche Fakten, sondern nur um eine Rechtfertigung, und sei sie noch so sehr an den Haaren herbeigezogen, mit Syrien keine Gespräche führen zu müssen.
.
12/19/06 20:01:30

wrote:
Bullshit.
12/19/06 22:26:48

wrote:
Hey Mertes, geh in den Wald, wo du keinem schadest, und ziehe den Zünder an deinem Gürtel!
12/21/06 10:28:51

wrote:
nice blog
07/10/07 13:36:42

wrote:
good blog
07/27/07 11:30:24

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