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In drei Jahren gibt es so viele Palästinenser wie Israelis

Sechzig Jahre nachdem David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 die Gründung Israels bekannt gab, ist die Existenz des Staates von der Größe Hessens mit nun 7,2 Millionen Einwohnern noch immer keine Selbstverständlichkeit...

Von Thorsten Schmitz, Süddeutsche Zeitung v. 02.01.2008

Seit der Machtübernahme der radikal-islamischen Hamas im Gaza-Streifen wird Israel von dort aus fast täglich mit Kurzstreckenraketen beschossen. Die Fortsetzung des Friedensprozesses mit allen Palästinensern ist in weite Ferne gerückt.

Um nicht auch das Westjordanland den Islamisten zu überlassen, haben sich Israel und die internationale Staatengemeinschaft entschlossen, den dort regierenden Palästinenserpräsidenten Machmud Abbas und die von ihm eingesetzte Interimsregierung unter Salam Fajad zu stärken. Ende November versammelten sich im amerikanischen Annapolis Vertreter von rund 50 Staaten und Organisationen, unter ihnen auch der Außenminister Saudi-Arabiens und der Vize-Außenminister Syriens. Die Teilnahme arabischer Politiker wurde auch als ein Versuch gewertet, ein sunnitisches Bollwerk gegen den nach Atomwaffen strebenden schiitischen Iran zu schaffen.

Notfalls ohne Frieden

Auf der Konferenz verpflichtete US-Präsident George W. Bush - der bis zum Ende seiner Amtszeit im Dezember gern noch einen Erfolg vorweisen möchte - Israel und die Palästinenser auf einen Frieden bis in einem Jahr. In diplomatischen Kreisen wird dieser Friedensversuch als "letzte Chance" betrachtet. Sollte es Abbas und Fajad 2008 nicht gelingen, ihrem Vier-Millionen-Volk einen Friedensvertrag mit Israel zu präsentieren, würden die radikalen Islamisten ebenfalls im Westjordanland wohl die Macht anstreben.

Auch um dies zu verhindern, haben die internationale Staatengemeinschaft, einschließlich mehrerer arabischer Vertreter, im Dezember auf einer Geberkonferenz in Paris den Palästinensern bis zum Jahr 2010 fünf Milliarden Euro zugesagt. Damit sollen die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert werden. Diese Strategie geht davon aus, dass mehr Wohlstand gleichsam automatisch den Einfluss der Islamisten schwächt.

Doch ob Geld allein Fortschritt und bis Ende des Jahres einen Friedensvertrag bringen wird, ist fraglich. Die in Annapolis vereinbarten Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern sind bislang ergebnislos verlaufen. Die Verhandlungsteams haben sich nur gegenseitige Vorwürfe gemacht. Um sein Friedensziel zu erreichen, wird Bush Anfang Januar erstmals nach Israel und in die Palästinensergebiete reisen.Ein Mitarbeiter von Israels Regierungschef Ehud Olmert erklärte indes dieser Tage: "Wer auf einen Frieden bis Dezember hofft, ist ein hoffnungsloser Fall eines Optimisten."

Doch die Zeit läuft gegen Israel. Prognosen sagen voraus, dass spätestens 2010 Palästinenser und Israelis dieselbe Bevölkerungszahl aufweisen werden. Wenn es bis dahin keinen Friedensvertrag - einschließlich eines partiellen Rückzugs Israels aus dem Westjordanland - gibt, dann müsste angesichts der höheren Geburtenrate der Palästinenser bald eine jüdische Minderheit über eine muslimische Mehrheit regieren. Israel muss also jüdische Siedlungen notfalls auch ohne Einigung mit den Palästinensern auflösen, will es nicht in drei Jahren als Nahost-Variante des einstigen südafrikanischen Apartheid-Regimes angeprangert werden.

Olmert war zwar mit dem Versprechen weitreichender Siedlungsauflösungen in sein Amt gewählt worden, ist aber politisch zu schwach, um dies auch in die Tat umzusetzen. Schon drohen seine rechten und religiösen Koalitionspartner, die Regierung zu verlassen, falls er Konzessionen gegenüber den Palästinensern machen würde. Weil Olmert offenbar lieber Premierminister bleiben als entlassen werden möchte, rudert er bereits zurück: Der Zeitrahmen, einen Frieden bis Ende des Jahres zu schaffen, sei nicht bindend.

Mit freundlicher Genehmigung der Süddeutschen Zeitung und der DIZ München GmbH

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Posted 01/06/08 by: admin



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Comments

wrote:
Thorsten Schmitz sollte lieber mal wieder selber recherchieren, als seinen lauwarmen Kaffeesatz wieder und wieder als glaubwürdige Prognose zu verkaufen.

Die demografische Prognosen, die Thorsten Schmitz zitiert (und nicht wieter bennen kann oder will) sind jene des Palestinian Bureau of Statistics und bereits von 1997! Also zehn Jahre alt und jetzt schon nicht mehr zutreffend.

Quelle:
http://www.ynetnews.com/art...
01/06/08 16:12:19

wrote:
Alle Statistiken die ich gelesen habe sprechen von einer "Deadline" spätestens 2025.

Wenn bis dahin keine grundsätzliche Lösung für den Nah-Ost Konflikt gefunden wurde (oder die Araber keine Kinder mehr kriegen) sieht es düster aus für die weitere Existenz eines demokratischen Israel westlicher Prägung.
01/07/08 19:06:13

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