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Abu Masen im Exklusivinterview: "Barguti ist der Erbe"

"Die Amerikaner sind entschlossen, Israelis und Palästinenser noch vor Ablauf der Amtszeit von US-Präsident Bush zu einem politischen Abkommen zu drängen. Ich habe das von Bush und Außenministerin Rice selbst gehört," so der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Abu-Masen, der in der vergangenen Woche ein Exklusivinterview mit der israelischen Tageszeitung M'ariw führte...

Abu Masen spricht erstmals vom Ende seiner Amtszeit und bringt Marwan Barghuti als seinen Nachfolger ins Gespräch.

Wie Ben Caspit für M'ariw berichtet, fügte Abu-Masen noch hinzu: "Die Amerikaner wollen im kommenden Jahr ein Abkommen zwischen Israel und den Palästinensern erzielt haben und bei unserem letzten Treffen haben Israels Premier Ehud Olmert und ich über alles gesprochen, auch den politischen Horizont. Ich bin optimistisch."

Auf eine Frage zum endgültigen Ziel der Verhandlungen, sollten endlich welche stattfinden, meint Abu Masen: "Man muss die Ziel-Formel ausarbeiten und danach über die Umsetzung nachdenken und den Zeitplan festlegen. Zuerst müssen die Probleme gelöst und der Finalstatus formuliert werden". An den Wunsch-Prinzipien eines Abkommens hat sich seit den Tagen seines Vorgängers, Jasir Arafat, kaum etwas geändert. Auch Abu Masen hofft auf einen "Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt, und eine Lösung aller Probleme, die an der Tagesordnung stehen, einschließlich des Flüchtlingsproblems". "Danach muss überlegt werden, wie dies umgesetzt wird", so Abu Masen im Gespräch mit Ben Caspit. "Es kann sein, dass die Umsetzung einige Zeit in Anspruch nehmen wird, dass der Zeitplan überschritten wird. Wichtig ist, dass die Palästinenser von vorneherein wissen, was das endgültige Ergebnis sein wird, what will be the End of the Game."

Was die Flüchtlinge betrifft, sagt Abu-Masen: "Es geht nicht anders - auch dieses Problem muss gelöst werden. Man kann es nicht ignorieren". Auf die Frage, wie Israel gezwungen werden kann, Millionen von Flüchtlingen in seinem Staatsgebiet aufzunehmen, sagt er: "Niemand kann Israel zwingen, aber andererseits kann auch niemand die Flüchtlinge zwingen, das Unrecht zu vergessen, das ihnen angetan wurde. Dieses Unrecht muss ausgesprochen und anerkannt werden. Wenn dies ignoriert wird, kann das Problem nicht gelöst werden und wird immer zwischen uns stehen. Deshalb muss eine gerechte Lösung gefunden werden."

Auf die Frage nach dem "Wie?" antwortet Abu-Masen: "Wir müssen kreativ sein". Wie das konkret aussehen soll, kann er aber noch nicht sagen: "Es hat keinen Sinn, jetzt darüber zu sprechen." Schon mit Jassir Arafat, dem es in erster Linie um die Anerkennung des Rechts auf Rückkehr, weniger um desse Umsetzung, gegangen war, habe es konkrete Gespräche hierzu gegeben, die leider abgebrochen worden waren. Möglich sei eine begrenzte Rückwanderung, die in Rücksichtnahme auf die demographischen Interessenlage Israels als jüdischer Staat, an die Zunahme der jüdischen Bevölkerung gekoppelt sein müsse. Für jene, die nicht innerhalb des israelischen Staatsgebiets leben werden, müsse eine angemessene Form der Entschädigung gefunden werden, diese müsse auch deren Aufnahme in den neuen Staat Palästina absichern.

Ausführlich sprach Abu-Masen auch über die Kontrollübernahme der Hamas im Gazastreifen, die politische Lage in Israel und der PA, die Rede Bushs, die Freilassung der Häftlinge und seine persönlichen Pläne. Er gab erstmals zu, er ziehe in Erwägung, bei den kommenden Wahlen nicht mehr zu kandidieren. "Vielleicht sind dreieinhalb Jahre genug", sagt er und spricht sich für eine Kandidatur Marwan Bargutis aus. "Barguti ist einer der fähigsten palästinensischen Köpfe. Ich fordere Olmert immer wieder auf, ihn freizulassen. Er ist der erste Name auf jeder Liste der freizulassenden Häftlinge, die ich Israel vorlege."

Posted 07/30/07 by: admin



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