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Scharons Zustand unverändert

„Es gibt keine Änderung in seinem Zustand.“ Wie eine Mantra wiederholte Orli, stellvertretende Sprecherin des Tel Haschomer - Schiba Krankenhauses in Ramat Gan bei Tel Aviv diesen Satz auf jede Frage zu dem seit Januar 2006 im Koma liegenden Premierminister Ariel Scharon. Seit über einem Jahr liegt er abgeschirmt und bewacht in der Beatmungs-Abteilung. „Wenn Sie etwas über seine Bewachung wissen wollen, dann wenden Sie sich bitte an den Inlandsgeheimdienst“, sagte Orli. Doch der Geheimdienst hat keinen Sprecher. „Scharon ist eine Privatperson. Deshalb können wir nichts weiter mitteilen. Sowie sich sein Zustand verändert, werden wir das veröffentlichen“, sagte die Sprecherin...

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 26. Juli 2007

Im Januar 2006 erlitt Scharon einen Schlaganfall. Sein Zustand verschlechterte sich, als er per Ambulanz von seiner Privatfarm nach Jerusalem ins Hadassa Hospital gebracht wurde. Das letzte vertuschte Foto von ihm machte ein Journalist durch das Milchglasfenster des Krankenwagens, ehe Scharon in den Operationssaal geschoben wurde. Alle Versuche, ihn zu retten, scheiterten. Seitdem wurde Scharon mehrmals operiert, am Magen und am Kopf. Seit Mai 2006 liegt er in der Reha-Abteilung des Schiba Hospitals.

Die Hoffnung der Ärzte, ihn wenigstens von der Beamtungsmaschine trennen zu können, um ihm eine Rückkehr auf seine Farm bei Sderot im Süden des Landes zu ermöglichen, hat sich nicht erfüllt.

Im Mai 2006 sagte Hospitaldirektor Prof. Zeev Rothstein bei einer Pressekonferenz, dass Scharon ein „kostbarer Patient“ sei, ein „nationales Symbol“, und dass deshalb eine „passive Euthanasie“ ausgeschossen sei. Scharon werde wie „jeder andere Patient“ behandelt, bevorzugt nur durch ein privates Zwei-Bett-Zimmer. Rund um die Uhr werde er von einer Schwester beobachtet. Der Staat übernehme die täglichen Hospitalisierungskosten in Höhe von 1600,- Schekel (etwa 300 Euro), plus Behandlungskosten und den Lohn der Schwestern.

Auch die Gesundheitsreporter sind nicht besser informiert. Ofra Nechmad vom Radio meint: „Um den habe ich mich schon lange nicht mehr gekümmert.“ Die Söhne Scharons, Omri und Gilad, besuchen ihn täglich.

Nur wenige Menschen dürfen das Zimmer Scharons betreten, nachdem sie einer genauen Überprüfung unterzogen wurden. Vor allem, so ein anonymer Augenzeuge, dürfe kein Handy mit eingebauter Kamera in Scharons Zimmer gebracht werden. Über die Behandlung Scharons, jenseits von künstlicher Ernährung und Beatmung, gibt es keine Angaben. Doch scheint er auch Physiotherapie zu erhalten, in der Hoffnung, dass er darauf reagiere.

Scharon, einst Israels starker Mann, gleichermaßen verhasst und bewundert, hat das öffentliche Rampenlicht verlassen. Dennoch mangelt es nicht an Gelegenheiten, wo Scharon in einer Reihe mit den „großen Persönlichkeiten Israels“ aufgezählt wird: Staatsgründer David Ben Gurion, Menachem Begin, der den Frieden mit Ägypten schloss, dem ermordeten Jitzhak Rabin, der Frieden mit Jordanien schuf und die Osloer Verträge mit den Palästinensern unterzeichnete. Zuletzt tat das Schimon Peres in seiner Antrittsrede zum Präsidentenamt und wünschte Scharon eine „schnelle Gesundung“.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

Category: Allgemeines
Posted 07/27/07 by: admin



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