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Die allein gelassenen Palästinenser

Etwa 6.000 Palästinenser sitzen seit einem Monat wegen der Schließung des Grenzübergangs Rafah auf der ägyptischen Seite der Grenze zum Gazastreifen fest. Der Übergang wurde geschlossen, als europäische Beobachter, die dort in den vergangenen zwei Jahren ihren Dienst geleistet hatten, die Posten verließen, nachdem die Hamas Mitte Juni den Gazastreifen übernommen hatte. Während des Wartens auf ägyptischem Boden sind mindestens 20 dieser Palästinenser an Krankheiten oder aus anderen Gründen gestorben...

Kommentar von Khaled Abu Toameh, Commentary Magazine, 12.07.2007
Übersetzung von Daniela Marcus


Die meisten Palästinenser beklagen sich, dass die ägyptischen Behörden nichts tun, um das Leiden zu lindern. Versuche Israels, eine Lösung für diese humanitäre Krise zu finden, wurden sowohl von Fatah als auch Hamas vereitelt. Beide Gruppen lehnten ein Angebot Israels ab, den Palästinensern zu helfen, durch den von Israel kontrollierten Grenzübergang Kerem Shalom nach Hause zurückzukehren.

Mittlerweile kam nicht ein einziges arabisches Land den gestrandeten Palästinensern zu Hilfe. Ägyptische und palästinensische Familien, die entlang der Grenze wohnen, haben ein paar von ihnen aufgenommen. Doch die Mehrheit –unter ihnen Frauen und Kinder- ist gezwungen, in Moscheen oder auf Gehwegen zu schlafen.

„Die Araber kümmern sich nicht um uns“, sagte Muhammed Haj Jamil, ein Student auf dem Heimweg aus einem Golfstaat, in einem Telefoninterview. „Die Araber hassen die Palästinenser. Die Ägypter behandeln uns als wären wir Terroristen. Sogar die Juden behandeln uns besser als die meisten Araber dies tun.“

Und er hat absolut Recht. Die meisten arabischen Länder stoppten die finanziellen Zuschüsse für die Palästinenser als Yassir Arafat und die PLO offen Saddam Husseins Invasion in Kuwait im Jahr 1990 unterstützten. Seitdem sind die Palästinenser fast ausschließlich auf die Hilfe der USA und Europas angewiesen. Viele Palästinenser, die in arabische Länder reisen, beklagen sich über schlechte Behandlung und Schikanen durch Geheimdienstmitarbeiter an Flughäfen oder Grenzübergängen.

Heutzutage verweigern die meisten arabischen Länder den Palästinensern die Hilfe auf Grund der Streitigkeiten zwischen Fatah und Hamas und dem Versagen der palästinensischen Regierung, eine gute Regierung aufzubauen und die finanzielle Korruption und die Anarchie zu beenden. Die Araber haben schlichtweg genug davon, dass die Palästinenser sich nicht am Riemen reißen können. In Abwesenheit arabischer Unterstützung ist Israel das einzige Land, das im vergangenen Monat täglich Tonnen an Lebensmittel und Medizin in den Gazastreifen schickte.

Die Ägypter, die ebenfalls eine gemeinsame Grenze mit dem Gazastreifen haben, erlauben den Palästinensern nicht, auf der Suche nach Arbeit nach Ägypten zu kommen. Die Jordanier wiederum „trennten“ sich 1988 vom Westjordanland und seitdem wollten sie nichts mit den Palästinensern, die dort leben, zu tun haben. Heutzutage besteht der Traum vieler palästinensischer Arbeiter darin, in Israel zu arbeiten – so wie sie es gewohnt waren bevor der „Friedensprozess“ begann. Oder wie ein Palästinenser aus Gaza kürzlich sagte: „Wir wünschten, die (israelische) Besatzung käme zurück und verbesserte unsere Lebensbedingungen.“

Posted 07/16/07 by: admin



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Comments

wrote:
„Wir wünschten, die (israelische) Besatzung käme zurück und verbesserte unsere Lebensbedingungen.“
Nun, man muss vielleicht einfach nur warten, und das Problem in Gaza erledigt sich von selber. Mit soviel Nachdruck, da jedem palestinener offenbar wird, dass die HAMAS als terrororganisation keinen Gebiet führen kann.
Man sollte auch nach den Gruenden fragen, warum die von arabischer seite viel zitierte "Arabische-Solidaritaet" der "Bruder-Staaten" wohl nicht weit her ist, bzw. nicht die "Palestinenser" mit einschliesst.
Wenn die "Palestinenser" wie Dreck von den arabischen Nachbarn behandelt werden, kann das sicher Gruende haben, die es zu hinterfragen gilt. Sicher sind es ähnliche Gruende, warum israelische Siedler schlecht auf "palestinenser" zu sprechen sind.
07/16/07 16:32:24

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