Überlegungen zur Altalena und zu den Siedlern in Hebron:
Demokratie oder Terror?

Ben-Gurion beharrte auf dem Rechtsstaatsprinzip und der Notwendigkeit, sich gegen eine aufrührerische Minderheit zu behaupten. Angesichts der Vorgänge in der Siedlerbewegung ist die Frage: "Sind wir eine Demokratie oder nicht? Werden das Gesetz und die gewählten Repräsentanten regieren oder der Terror und die Faust?" wieder aktuell...

Von Yechiam Weitz, Jedioth achronoth

In den Jugendjahren des Staates Israel formte der erste Ministerpräsident David Ben-Gurion die Grundmuster der Staatsführung. Ein entscheidender Punkt dabei war die Notwendigkeit, die Autorität der staatlichen Institutionen - wie der Armee und der Knesset – zu respektieren und zu akzeptieren. Darin sah er das wichtigste Instrument zur Verhinderung von Anarchie, zumal in einer ideologisierten Gesellschaft wie der unseren zu jener Zeit.

Um diesem für ihn heiligen Prinzip Geltung zu verschaffen, zögerte er nicht, eine eiserne Faust einzusetzen und sogar physische Zusammenstöße in Kauf zu nehmen. Ein Beispiel dafür ist die Affäre um das Schiff Altalena, das der Organisation „Irgun“ im Sommer 1948 Waffen lieferte, die diese für ihre Einheiten in Jerusalem, das damals noch kein Teil des Staates Israel war, zur Verfügung gestellt wissen wollte. Die provisorische Regierung und ihr Oberhaupt wiesen diese Forderung zurück. Ungeachtet dessen versuchte die Irgun, die Schiffsladung an der Küste Tel Avivs an Land zu bringen. Ben-Gurions Antwort war entschieden. Er befahl der Armee, das Schiff unter Beschuss zu nehmen, und das Ergebnis war tragisch: Dutzende von Menschen wurden getötet.

Veteranen der Irgun haben Ben-Gurion als einen Mörder von Juden betrachtet, eine Figur, die imstande war, jüdisches Blut zu vergießen. Ben-Gurion selbst betrachtete dies in einem völlig anderen Licht. Er sah den harten Schritt, den er vollzogen hatte, als nötig dafür an, die Souveränität des jungen Staates durchzusetzen. Nach dieser Sichtweise waren die inneren Feinde genau so gefährlich wie die äußeren. Die Kanone, die das Schiff beschossen hatte, bezeichnete er als „heilige Kanone“. Selbst der Dichter Natan Altermann schrieb über den Vorfall und meinte, die Kanone habe einem wichtigen Zweck gedient und einen Sieg des Bedürfnisses einer Nation über das Bedürfnis einer Herde bedeutet.

Heute, kurz vor dem 60sten Unabhängigkeitstag, ist dieses Phänomen im großen Maßstab zurückgekehrt. Seine Knospen wurden vor vielen Jahren sichtbar, als die erste Regierung Yitzhak Rabins dem Druck der Siedlerbewegung „Gush Emunim“ nachgab und die Gründung einer Gemeinde im Herzen des Westjordanlands erlaubte. Seit dem hat diese Methode gegenüber allen Regierungen funktioniert, die weithin gemäß den Wünschen des Siedlerrates agieren. Im Gefolge der Abkoppelung vom Gaza-Streifen hat sie sich in ein raffiniertes System verwandelt: Massenaufruhr mit Billigung bekannter Rabbiner und führender Politiker, um die Entscheidungen der gewählten Regierung zu torpedieren.

Was wir zurzeit erleben, lässt die Altalena-Affäre, die ein vereinzelter Vorfall während der Flegeljahre des Staates darstellte und eher zufällig zu einer tragischen Geschichte wurde, klein erscheinen. Heutzutage ist die Rede von Aktionen, die in kalkulierter und bewusster Art und Weise durchgeführt werden, um der Welt zu zeigen, wer der wirkliche Herr im Westjordanland im Allgemeinen, und der Stadt unserer Erzväter, Hebron, im Besonderen ist - der israelische Souverän oder die Leute der Faust aus Beit Hadassah. Der von ihnen angerichtete Schaden ist immens, sein Ausmaß kaum zu überschätzen. Sie unterminieren die Autorität der fragilen israelischen Regierung und das Prestige der Institutionen, Tag für Tag, Stunde für Stunde.

1952 stellte Ben-Gurion nach einem gewalttätigen Protest, den Begins Herut-Bewegung in Jerusalem gegen die Reparationszahlungen aus Deutschland organisiert hatte, einige einschneidende Fragen: „Sind wir eine Demokratie oder nicht? Werden das Gesetz und die gewählten Repräsentanten regieren oder der Terror und die Faust?“...
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Yechiam Weitz ist Professor für Geschichte und Leiter der Abteilung für Israel-Studien an der Universität Haifa.

Zum Schabath Schoftim, der in diesem Jahr der erste Schabath des Monats Elul ist.

Paraschath Schoftim / Schabath haSlichoth
[HEBRÄISCH] [DEUTSCH]
(Dtn 16,18-21,9 / Jesaja 51,12-52,12)
Genaue Zeiten beim örtl. Rabbinat bzw. hier (ohne Gewähr)...

Zum Wochenabschnitt Schoftim:
Umweltethik

Dass man den wehrlosen Baum, der nicht wie der Mensch entfliehen kann, nicht angreife, drückt indirekt die Lehre aus, dass man um so weniger an wehrlosen Menschen sich vergreifen dürfe...

Sidra Schoftim
Schütze den Baum, schütze den Menschen
Diese Sidra gibt uns die Anleitung für das Verhalten auf einem Feldzug, die Beziehungen mit den Waffenbrüdern, dem Feind, den Gefangenen. Sie beinhaltet auch eine Passage, die sich unseren Beziehungen zur Pflanzenwelt widmet...

Zum Wochenabschnitt Schoftim:
Götzendienst

Viele Torah-Lehrer sehen im Götzendienst eine niedere Neigung des Menschen, welche in der gesamten Menschheit, so auch im jüdischen Volk, ihren Ausdruck findet. Während sich die Völker dem heidnischen Trieb hingeben, versucht Israel beständig sich von diesem Trieb zu befreien. Noch im 15.Jahrhundert eröffnet Josef Karo (Toledo 1488 - Zfath 1575) den Schulhan Arukh mit dem Aufruf zur 'Überwindung des Götzendienstes'...

La peraşa de la semana:
Şofetím
En el oltimo Kapitolo de la  peraşa Şofetim meldamos el sujeto: Kuando fue topado en la tyera ke tu Dyos te da para eredorla, algun matado eçado en el kampo, i no se supo ke lo firyo, Estonses saldran tus vyejos i tus cuezes, i sera ke la sivdad ke esta mas serkana a el matoda...

Anyos Munchos i Buenos:
Koscher in Istanbul
Synagogen, Gebetszeiten und koschere Restaurants in Istanbul...

 

Zum Schabath haSlichoth (sf.):
Adon haSlichoth
Dieser Pijuth listet in alphabetischer Reihenfolge Eigenschaften Gottes auf...

Zum Monat Elul - Sman haSlichoth:
Zeit zu vergeben und sich zu entschuldigen

Der Elul ist der letzte Monat im jüdischen Kalender. Er hat 29 Tage und spielt unter den Monaten etwa die gleiche Rolle wie der Freitag unter den Tagen: Elul ist gewissermaßen der Rüstmonat des Rosch haSchanah, des Neujahrsfestes. Im Elul wird an jeden Morgen bei der Andacht in der Synagoge der Schofar geblasen, um daran zu erinnern, dass mit dem neuen Jahr die "Hohen Tage" des Tischri naherücken, am 10. Tischri ist Jom Kipur, der Versöhnungstag...

 

Moishe Hundesohn:
Kids Appeasement
...und was hat's gebracht?

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