Rabbiner

Aus HaGalil Lexikon

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Der Titel Rabbiner ist ein religiöser Titel im Judentum und wird von hebräisch Rabbi oder aramäisch Rabbuni (Meister, Lehrer) abgeleitet. Andere Bezeichnungen sind auch Rebbe und Lehrmeister. Rabbi war um die Zeitenwende ein Ehrentitel jüdischer Schriftgelehrter. Auch Jesus von Nazaret wird der Titel Rabbi zugeschrieben.

Zu den Aufgaben eines Rabbiners zählt die religiöse Lehre, und als Talmudkenner kommt ihm die Entscheidung in religiösen Fragen zu. In liberalen Gemeinden leitet der Rabbiner oft die Sabbat- und Festtagsgottesdienste, wofür traditionell der Kantor oder Vorbeter (Chazzan). Ein Rabbiner ist kein Priester, dem irgendwelche besonderen religiösen Aufgaben alleine zustünden. Den Segen z. B. kann jeder Jude oder jede Jüdin sprechen, weil dies nach jüdischer Ansicht keine besondere Vermittlerfunktion erfordert. Nicht der Sprechende segnet, sondern allein Gott segnet. Deshalb kann im Grunde auch jedes dazu befähigte Mitglied einer jüdischen Gemeinde den Gottesdienst leiten, vorbeten, aus der Tora vorlesen usw. Sehr oft haben jedoch nur Rabbiner die dazu erforderlichen Kenntnisse. In den meisten liberalen Gemeinden muss der Rabbiner oder die Rabbinerin solche Aufgaben übernehmen, weil kein Chazzan zur Verfügung steht. Eine der wichtigsten Aufgaben eines Rabbiners ist heutzutage die Seelsorge für die Gemeindemitglieder und für Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen (z.B. Konversionskandidaten).

Die Ausbildung von Rabbinern erfolgt in der Regel an einem Rabbinerseminar, einer wissenschaftlichen Jüdischen Hochschule oder einer Jeschiwa. Deutschlands einziges liberales Rabbinerseminar ist das Abraham-Geiger-Kolleg an der Universität Potsdam, das im Wintersemester 2001/2002 seine Arbeit aufnahm. Am 14. September 2006 wurden in der Neuen Synagoge Dresden mit Daniel Alter (47 Jahre), Tomás Kucera (35 Jahre) und Malcolm Matitiani (35 Jahre) die ersten Absolventen ordiniert. Bis 1939 gab es in Berlin mit der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und dem Orthodoxen Rabbinerseminar zwei wissenschaftlich orientierte Ausbildungsstätten und in Breslau mit dem Jüdisch-Theologischen Seminar eine. Im Mai 2001 wurde mit der Eröffnung des Ignatz-Bubis-Lehrstuhls an der Heidelberger Hochschule für Jüdische Studien auch dort eine erste Voraussetzung für eine Rabbinerausbildung geschaffen. Angestrebt ist dort gegenwärtig allerdings nur ein Grundstudium. Das Hauptstudium muss an einem liberalen, konservativen oder orthodoxen Rabbinerseminar im Ausland fortgesetzt werden.

Der Ober- oder Großrabbiner eines Landes (Landesrabbiner) oder einer Gemeinde gilt als die höchste religiöse Instanz dieses Landes. Das Großrabbinat in Palästina (später dem Staat Israel) besteht heute aus zwei Mitgliedern:

  • dem Rischon leTzion, dem Oberhaupt der Sephardim;

daneben installierten die Briten noch einen

Siehe auch

Literatur

  • Moses Braunschweiger: Die Lehrer der Mischna, Biographien der grossen Talmudgelehrten (Tannaim). Basel - Zürich: Morascha 1993.
  • Adin Steinsaltz: Persönlichkeiten aus dem Talmud. Basel - Zürich: Morascha 1996.
  • Gerd A. Wewers: Geheimnis und Geheimhaltung im rabbinischen Judentum. Berlin - New York: de Gruyter, 1975. ISBN 3-11-005858-8
  • Biographisches Handbuch der Rabbiner Teil 1: Rabbiner der Emanzipationszeit 1781-1871 München: Saur, 2004. Teil 2: Rabbiner 1871-1945 (i.E.) (über etwa 850 Rabbiner im geographischen Gebiet Deutschland)da:Rabbiner

el:Ραβίνος en:Rabbi eo:Rabeno es:Rabino fi:Rabbi fr:Rabbin he:רב ia:Rabbi id:Rabi it:Rabbino ja:ラビ nl:Rabbijn nn:Rabbinar no:Rabbiner pl:Rabin pt:Rabino simple:Rabbi sv:Rabbin uk:Рабин

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