Joseph Goebbels

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Paul Joseph Goebbels (* 29. Oktober 1897 in Rheydt (heute zu Mönchengladbach); † 1. Mai 1945 in Berlin durch Suizid) war einer der einflussreichsten und populärsten Politiker während der Zeit des Nationalsozialismus. Neben zahlreichen anderen Staats- und Parteiämtern leitete er das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, nach dem Suizid Adolf Hitlers am 30. April 1945 war er Reichskanzler bis zu seinem eigenen Suizid einen Tag später.

Inhaltsverzeichnis

Die frühen Jahre

Herkunft und Kindheit

Goebbels wurde 1897 in Rheydt (Rheinland) als dritter Sohn von Friedrich, gen. Fritz (* 1867, † 1929) und Katharina (geb. Odenhausen) geboren. Mit seinen Geschwistern Konrad (* 1895, † 1949), Hans (* 1893, † 1947 in französischer Gefangenschaft), Elisabeth (* 1901, † 1915) und der jüngeren Schwester Maria Katharina (* 1910) (verh. Kimmich und spätere Erbin von Goebbels) wuchs er in einem katholischen Elternhaus auf. Sein Vater war zunächst Tagelöhner, Handlungsgehilfe und schließlich Prokurist einer Dochtfabrik, während seine Mutter in ihrer Jugend als Magd arbeitete.

Im Alter von vier Jahren erkrankte Goebbels an einer Knochenmarksentzündung, durch die sein rechter Unterschenkel verkümmerte und sein Klumpfuß entstand. Er war mit ca. 165 cm relativ klein gewachsen, weshalb er im Volksmund offen als Schrumpfgermane verspottet wurde. Goebbels deutete die Krankheit rückblickend als „Zeichnung“ durch eine höhere Gewalt, die er Zeit seines Lebens zu kompensieren versucht habe. Bereits im Schulalter habe er versucht, die körperliche Behinderung zu reflektieren, und sich in einen Schicksals- und Heldenglauben verloren. Die Behinderung und seine in der Schulumgebung als nicht standesgemäß empfundene Herkunft stachelten seinen Ehrgeiz an. 1917 legte er als Jahrgangsbester sein Abitur ab.

Studium und Berufe

Goebbels wollte auch in den Krieg ziehen, jedoch wurde er wegen seines Klumpfußes als nicht militärdienstgeeignet eingestuft, und ihm wurde der Kriegsdienst somit verwehrt. Goebbels ging anstelle dessen in das Jesuiten-Seminar in Kerkrade (Niederlande), weil er Priester werden wollte. Er studierte dann jedoch Literatur und Philosophie in Bonn, Würzburg, Freiburg und Heidelberg, unter anderem bei dem von ihm verehrten, jüdischen Literaturwissenschaftler Professor Friedrich Gundolf, und promovierte schließlich 1921 an der Ruprecht-Karls-Universität mit einer Dissertation über Wilhelm von Schütz unter der Betreuung des jüdischen Professors Freiherr von Waldberg. Am 22. Mai 1917 wurde Goebbels bei der Studentenverbindung Unitas Sigfridia zu Bonn recipiert. Hiernach wechselte er zum Unitas-Verein Freiburg. Einem in Freiburg drohenden Ausschluss kam er durch einen Ortswechsel zum Unitas-Verein Würzburg zuvor. Aus diesem trat er im Wintersemester 1918/19 aus, um einem auch dort drohenden Ausschluss zuvorzukommen. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges erlebte er eine Krise, die zu einer zunehmenden Orientierungslosigkeit führte. Seine literarischen Ambitionen fanden bei Verlagen und Zeitungen keine Beachtung. Trotz seines frisch erworbenen Doktorats sah er sich in einer Außenseiterposition. Er setzte sich mit den verschiedenen Ideologien auseinander, allerdings immer unter dem Blickwinkel des „Nationalen“. Da er die Weimarer Republik als Folge des verlorenen Krieges ansah, sympathisierte er „aus der Ferne“ (siehe Erinnerungsblätter Ostern 1919) mit einer deutschen roten Armee, die nach dem misslungenen Kapp-Putsch auf Berlin losmarschierte.

Goebbels bewegte sich, seiner Zeit durchaus entsprechend, zwischen den radikalen Ideologien, die vom Untergang so genannter „alter Werte“ und Erschaffung neuer Gesellschaftssysteme geprägt waren. In jungen nationalkonservativen Kreisen war man von Kriegswirtschafts- und sozialistischen Verwaltungssystemen angetan, wenn auch mit der Einschränkung, dass eine Führerelite über den Rest des Volkes herrschen sollte.

Nachdem ihn 1920 auch seine Freundin Anka Stalherm verlassen hatte, verlor Goebbels gänzlich den Rückhalt. Aus seiner materiellen Not folgerte er, die Geldwirtschaft sei das Übel schlechthin. In scharfem Gegensatz zu Hitler war Goebbels kein besonders ausgeprägter Antisemit. Jedoch kam er nicht damit zurecht, dass die Mutter seiner neuen Freundin Else Janke jüdischer Herkunft war. Seit 1922 beschäftigte er sich immer mehr mit den Schriften von Oswald Spengler und Houston Stewart Chamberlain.

1923 nahm Goebbels auf Vermittlung seiner damaligen Freundin eine Stelle bei der Dresdner Bank als Börsenausrufer an, die er aber nach neun Monaten im September wieder verlor. Von dieser Zeit an hasste Goebbels den Kapitalismus und beschrieb ihn als Verschwörung des Judentums.

In dieser Zeit schrieb er neben diversen dramatischen Versuchen auch den Roman Michael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern, für den er allerdings zunächst keinen Verleger fand. 1929 erschien der Roman im Franz-Eher-Verlag.

Goebbels' Aufstieg

Die Zeit mit Gregor Strasser

Goebbels, der im Rheinland und in Westfalen als Agitator tätig war, wurde Privatsekretär von Gregor Strasser. Mit den Brüdern Strasser gab er ab dem 1. Oktober 1925 die Nationalsozialistischen Briefe heraus.

Kritiker aus dem rechten Lager kritisierten die Sprache Goebbels' als kommunistisch. Goebbels und die Brüder Strasser waren in der Partei Vertreter des „linken“ Flügels. Für sie lag das Interesse mehr beim Sozialismus als beim Nationalismus.

Es schien Goebbels zu dieser Zeit auch nicht abwegig, dass Deutschland ein Bündnis mit der Sowjetunion eingehen sollte. So feierte er in seinen Beiträgen Lenin als den „nationalen Befreier“ Russlands. Auch sollte Deutschland nicht für den Kapitalismus kämpfen. Goebbels sagte von sich selber, dass er ein „deutscher Kommunist“ sei.

Zu dieser Zeit ging Goebbels auch auf Distanz zu Adolf Hitler, obwohl er den Parteiführer bisher sehr verehrt hatte. Goebbels wollte nicht akzeptieren, dass Hitler Gelder von Industriellen dankbar entgegennahm, was ihn aber selbst nicht davon abhielt, sich von dem Fabrikdirektor Arnold finanzieren zu lassen, wie aus seinem Tagebuch hervorgeht. Goebbels stärkte den Flügel um die Strasser-Brüder, die Machtzentrale der Partei sollte von München nach Norddeutschland verlegt werden. Hitler sollte nur noch Ehrenvorsitzender der Partei sein und Gregor Strasser Parteiführer.

Hitler kannte und schätzte Goebbels als geschickten Propagandisten und wollte ihn von der Strasser-Fraktion abwerben, was ihm im Nachgang zur Bamberger Führertagung der NSDAP am 14. Februar 1926 auch gelang. Hitler zeigte Goebbels die Abschnitte aus Mein Kampf, die sich mit Propaganda und Organisation beschäftigten. Goebbels war von diesen Thesen begeistert. Seine alte Verehrung Hitlers erstarkte wieder, und er wurde zum treuen Gefolgsmann.

Erste Auftritte in Berlin

Goebbels wurde nicht gleich zum Propagandaleiter der NSDAP ernannt, erhielt aber den Posten des Gauleiters von Berlin-Brandenburg. Propagandachef wurde zunächst Gregor Strasser.

Berlin war zu dieser Zeit eine Stadt, in der Kommunisten und Sozialdemokraten die Mehrheit hatten. Die Berliner NSDAP war desorganisiert, ihre Anhänger zerstritten und der Einfluss in der Stadt gering. Goebbels warf zahlreiche Mitglieder aus der Partei mit dem Ziel, neue Mitglieder zu werben, die der Partei nutzten.

Bereits seine erste Aktion in Berlin zeigte die Methoden von Joseph Goebbels. Im Berliner Arbeiterbezirk Wedding mietete er einen Saal, der sonst von den Kommunisten genutzt wurde. Die Werbeplakate für die Veranstaltung ahmten die kommunistischen Vorbilder nach. Alle Berliner Mitglieder der NSDAP mussten am 11. Februar 1927 an einem Demonstrationszug durch den Wedding teilnehmen. Damit provozierte er die Berliner Kommunisten, die in ihren Zeitungen „blutige Drohungen“ gegen die Veranstaltung der Nationalsozialisten ausstießen.

Am selben Tag kam es zur von den Nationalsozialisten erwarteten Saalschlacht. Die Kommunisten versuchten die Veranstaltung zu sprengen, in Reserve gehaltene SA-Leute stürmten aber dann in den Saal und prügelten auf ihre Gegner ein. Goebbels bewahrte auf dem Podium die Ruhe. Nach der Prügelei ließ er die Tragen mit den verletzten SA-Leuten auf die Bühne bringen. Vor dem Publikum drückte er den Verletzten die Hand. In seiner anschließenden Rede stachelte er die Zuschauer auf. In kurzen, stakkatohaften Sätzen würdigte er die SA-Männer und weckte die Empörung der Zuhörer. Goebbels spielte hier sein ganzes rhetorisches Talent aus. Am nächsten Tag berichteten die Zeitungen über die Saalschlacht. Im Parteibüro wurden über 2.600 Mitglieder-Neueintritte beantragt. 500 Männer wollten der SA beitreten.

Bei einer weiteren Veranstaltung wurde am 4. Mai 1927 ein Pfarrer von SA-Leuten krankenhausreif geschlagen. Der Polizeipräsident von Berlin verbot daraufhin die NSDAP in Berlin. Goebbels war wieder auf den Titelseiten. Er verstand es in den weiteren Wochen, die Partei als Opfer darzustellen.

Er schrieb: „Man begann, uns zu verleumden und zu beschimpfen … Jetzt schäumte der Gegner vor Wut … Wer von Euch hätte je geglaubt, dass wir so stark seien.“ (S. 83–84). Goebbels gründete in diesen Monaten Clubs in der Stadt, um das Parteiverbot zu umgehen. Hier konnte er seine Reden halten. Daraufhin wurde ihm für Preußen Redeverbot erteilt.

Goebbels nutzte die Situation geschickt für sich aus, indem er sich als Held wie als Märtyrer darstellte. Ein gefälschtes Bild, das ihn in Fesseln zeigte, prangte auf der Titelseite des „Völkischen Beobachters“. In mehreren Artikeln schrieb er reißerisch, wie er von Kommunisten verfolgt werde.

Geschickt verstand Goebbels es, Opfer in den eigenen Reihen zu glorifizieren, indem er sie zu „Blutzeugen“ der Partei machte.

In dieser Zeit lieferte sich Goebbels erbitterte Kämpfe mit dem Berliner Polizeipräsidenten Bernhard Weiß, der immer wieder versuchte, Goebbels, zum Teil mit massivem Polizeieinsatz, in seiner Propagandatätigkeit – bei der es zu Straßen- und Saalschlachten kam, auch mit Todesfolgen – zu behindern. Verächtlich titulierte Goebbels ihn als „Isidor Weiß“ (Weiß war Jude) und „ViPoPrä“ (Vize-Polizei-Präsident).

Joseph Goebbels wurde von Rivalen und Feinden der eigenen Partei (NSDAP) verhöhnt, so wurde er als „nachgedunkelter Schrumpfgermane“ oder auch als „Ungebleichter Schrumpfgermane“ bezeichnet.

Der Angriff

Als ein weiteres Presseorgan gründete Goebbels die Zeitung Der Angriff. Eine professionell inszenierte Plakataktion kündigte das Erscheinen des Blattes am 4. Juli 1927 an. Zuerst erschien die Zeitung nur an wenigen Kiosken, und Goebbels war mit dem Erscheinungsbild zunächst nicht einverstanden.

Er formte das Blatt zur Arbeiterzeitung um, das gegen die „Ausbeuter“ wetterte. Für Gregor Strasser, der die Berliner Arbeiter-Zeitung in Berlin herausgab, war Goebbels' Blatt eine ungeliebte Konkurrenz. Zwischen den Verkäufern der beiden Blätter kam es in der Folgezeit zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Am 29. Oktober 1927 wurde das Redeverbot für Goebbels aufgehoben. Der Angriff wurde sein Sprachrohr. Goebbels war auf jeder Titelseite mit einem Leitartikel vertreten. Ziel der Zeitung war die Verunglimpfung und Verleumdung politischer Gegner.

Goebbels hatte sich jetzt in Berlin eingelebt, er war „hart“ und „kalt“ geworden. Mit beißender Ironie und Berliner Jargon attackierte er seine Gegner. Er genoss es, von diesen beleidigt zu werden. Als er einmal als „Oberbandit“ bezeichnet wurde, verwendete er diesen Begriff gleich auf einem seiner Plakate, auf denen er sich ankündigte unter: „Heute abend spricht Oberbandit Dr. Goebbels“.

Propagandaleiter

Am 27. April 1930 wurde er von Hitler zum Reichspropagandaleiter der NSDAP ernannt. Er begann nun Massenveranstaltungen zu inszenieren. Begleitet von Garden und Fahnenträgern wurde der Redner der Veranstaltung in den Saal geführt. Da Goebbels nicht bei allen Veranstaltungen als Redner auftreten konnte, organisierte er eine Abteilung für Redner. Diese wurden für ihre Auftritte genau instruiert und gleichzeitig dabei überwacht.

Obwohl Goebbels es geschickt verstand, die Massen zu lenken, verachtete er seine Zuhörer und wunderte sich, wie einfach die Beeinflussung des Menschen war. Neben seinen Propagandaaktionen förderte und leitete er den Terror durch die SA. Er stilisierte die Männer der SA in seinen Zeitungsartikeln als Heroen.

Der Tod von Horst Wessel bot Goebbels eine Gelegenheit, einen Helden zu schaffen. Er organisierte ein prunkvolles Begräbnis, bei dem er die Trauerrede hielt und eine neue Legende schuf.

Unterwanderung der Demokratie

Goebbels' erklärtes Ziel war es, der NSDAP mit den Mitteln des demokratischen Rechtsstaats an die Macht zu verhelfen, um dann die demokratische Grundordnung außer Kraft zu setzen, wie er in seinem Artikel „Was wollen wir im Reichstag“ (in Der Angriff, 30. April 1928, S. 1 f) darlegte:

Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir werden Reichstagsabgeordnete, um die Weimarer Gesinnung mit ihrer eigenen Unterstützung lahm zu legen. Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre Sache. … Uns ist jedes gesetzliche Mittel recht, den Zustand von heute zu revolutionieren. Wenn es uns gelingt, bei diesen Wahlen sechzig bis siebzig Agitatoren und Organisatoren unserer Partei in die verschiedenen Parlamente hineinzustecken, so wird der Staat selbst in Zukunft unseren Kampfapparat ausstatten und besolden. … Auch Mussolini ging ins Parlament. Trotzdem marschierte er nicht lange darauf mit seinen Schwarzhemden nach Rom. … Man soll nicht glauben, der Parlamentarismus sei unser Damaskus. … Wir kommen als Feinde! Wie der Wolf in die Schafherde einbricht, so kommen wir. Jetzt seid Ihr nicht mehr unter Euch! Und so werdet Ihr keine reine Freude an uns haben!

(zitiert nach der Begründung des Antrags auf Verbot der NPD wegen Verfassungswidrigkeit, veröffentlicht auf der inzwischen abgeschalteten IDGR-Homepage.)

Wahlen

Dem entsprechend mobilisierte Goebbels für die Reichstagswahl 1930 die ganze Partei. Er verkündete, dass die Nationalsozialisten 40 Sitze im Reichstag erreichen wollten. Auf über 6.000 Veranstaltungen traten die von Goebbels ausgesuchten Redner auf. Unzählige Plakate erschienen im Land. Die Zeitungen der NSDAP vervielfachten ihre Auflage.

Das Wahlergebnis: 18 Prozent der Stimmen wurden für Hitler abgegeben, und 107 Abgeordnete zogen in den Reichstag. Goebbels' Einfluss wuchs an. Er brauchte nun nicht mehr um Geld für seine Kampagnen zu betteln. Zahlreiche Industrielle spendeten jetzt im großen Stil der NSDAP, „Der Angriff“ erschien jetzt täglich.

Die Politik des Reichskanzlers Heinrich Brüning trieb der NSDAP weitere Mitglieder zu. Die Millionengrenze wurde überschritten. Goebbels nutzte die Krisensituation, indem er allen alles versprach, wenn die Nationalsozialisten an die Macht kämen. Dass manche Versprechen anderen Zusagen widersprachen, fiel für ihn dabei kaum ins Gewicht: So versprach er den Hausbesitzern steigende Mieteinnahmen, den Mietern sinkende Mieten.

Der Wahlsieg brachte aber noch nicht den gewünschten Einfluss für die NSDAP. Die Wahl des Reichspräsidenten 1932 bot sich für Goebbels dazu an, den Durchbruch zu erringen. Es gelang ihm, Hitler zur Gegenkandidatur gegen Hindenburg zu bewegen.

Goebbels setzte wieder seine Propagandamaschine ein. Plakate und unzählige Redner warben für Hitler. Goebbels selber trat täglich an bis zu drei Orten auf. Die Wahl ging knapp verloren, aber auch Hindenburg verpasste die absolute Mehrheit.

Goebbels wertete die eigenen Fehler des ersten Wahlganges aus. Hitler sollte im nächsten Wahlgang noch häufiger auftreten. Dazu wurde für ihn ein Flugzeug gechartert („Hitler über Deutschland“ hieß der Slogan). Die eigenen Journalisten wurden instruiert, wie sie von den Auftritten Hitlers zu berichten hatten. Hitler gewann zwar Stimmen hinzu, doch Hindenburg blieb auch im zweiten Wahlgang Sieger.

Goebbels organisierte nun mehrere Wahlkämpfe in den deutschen Ländern in der gewohnten Weise. Neu war, dass er dabei den Reichskanzler Brüning zum öffentlichen Rededuell herausforderte. Doch Brüning lehnte ab. Die Kampagnen zeigten deutliche Erfolge in Württemberg, Bayern und Preußen.

Doch Goebbels beschränkte sich nicht nur auf Wahlpropaganda. Er setzte auch auf Provokationen und Terror. So prügelten die NS-Abgeordneten im Reichstag auf die Vertreter der Kommunisten ein, Krawalle wurden angezettelt.

Vor der Macht

Teile dieses Abschnitts sind möglicherweise sachlich falsch. Siehe auf der Diskussionsseite dieses Artikels.

Bei der Reichstagswahl Juli 1932 errangen die Nationalsozialisten einen weiteren Sieg – die NSDAP stellte 230 Abgeordnete im Reichstag. Doch die Stimmen für die NSDAP gingen in den folgenden Wahlen in den Ländern zurück. Die Partei geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Gregor Strasser wollte diesen Abschwung dadurch auffangen, indem er Hitler zu Koalitionen mit anderen Parteien riet. Doch Goebbels war strikt dagegen. Er konnte Hitler davon überzeugen, dass Zusammenarbeit mit anderen Parteien nicht in Frage kam.

Natürlich gab es auch Ausnahmen. Während eines Streiks in Berlin 1932 kooperierten die Nazis mit der KPD, um ihren Stand in der Arbeiterschaft nicht zu gefährden. Es gibt ein Bild aus dieser Zeit, das Goebbels mit Walter Ulbricht zusammen auf der Rednertribüne zeigt. Gerade dies führte aber bei den konservativen Mitläufern zu großen Stimmenverlusten bei der Reichstagswahl im November 1932.

Goebbels wollte den Abwärtstrend der Partei abwenden. Die Gelegenheit bot ihm die Wahl zum Landtag von Lippe-Detmold. Obwohl das Land unbedeutend war, organisierte Goebbels eine große Wahlkampagne. Die gesamte Führung trat hier an, vor oft nur wenigen Zuhörern.

Der Wahlerfolg war groß und ebenso das publizistische Echo. Am 30. Januar 1933 erreichten Hitler und seine Anhänger ihr Ziel: Hitler wurde vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Hitler nahm die Paraden der SA in Berlin ab, hinter ihm stand Joseph Goebbels. Er schrieb in sein Tagebuch: „Das neue Reich ist erstanden … Wir sind am Ziel. Die deutsche Revolution beginnt.“ Er sagte allerdings auch „Hier wird man uns nur als Leichen wieder heraustragen“.

An der Macht

Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda

Am 13. März 1933 wurde Goebbels zum Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda (Goebbels selbst war übrigens nicht glücklich über diese Bezeichnung; sie war ihm zu offenkundig. Hitler bestand aber auf diesem Namen) ernannt. Literatur, Presse, Theater, Rundfunk, Bildende Kunst und Film unterstanden fortan der Kontrolle seines Ministeriums; für die Presse gab es allerdings einen Reichpresseleiter, den er nur indirekt beeinflussen konnte. Auch die täglich stattfindende Reichspressekonferenz verlief nach seinen detaillierten Anweisungen. Reichspropagandaämter und der Sicherheitsdienst (SD) der SS berichteten dem Ministerium über die Einhaltung der Richtlinien und die Stimmung in der Bevölkerung. Bezeichnenderweise war dieses Ministerium auch für Wahlen zuständig.

Goebbels wusste sehr genau die Macht des Hörfunks – als für damalige Verhältnisse neben der Zeitung wichtigstes Kommunikationsmedium – einzuschätzen. Zwar war bereits 1932 von der Regierung Franz von Papen die Verstaatlichung des Rundfunks aus ähnlichen Gründen durchgesetzt worden, aber nie vorher hatte eine Regierung so effizient die Gleichschaltung von Presse, Funk und Film betrieben.

Ab 1933 wurde der Volksempfänger hergestellt, damit „des Führers Stimme“ auch im entlegensten Winkel zu hören sei. Der DKE38 (= Deutscher Kleinempfänger 1938, das preisgünstigste Gerät der verschiedenen Volksempfänger-Modelle) war mit einem Preis von 36 Reichsmark für jedermann erschwinglich und wurde von der Bevölkerung auch „Goebbelsschnauze“ genannt.

Auch der Film war ein wichtiges Instrument zur Beeinflussung der Bevölkerung. Zwar waren drei Viertel der im Dritten Reich gedrehten Filme Komödien, es gab aber auch antisemitische Hetzfilme wie z. B. Jud Süß, bei dem er auch selbst am Schnitt arbeitete, oder Der ewige Jude. Goebbels nahm oft persönlich Einfluss auf die Gestaltung von Drehbüchern. Filme konnten ohne seine Genehmigung nicht mehr gedreht werden. Er war allerdings klug genug, Unterhaltungsfilme zu fördern, die nicht doktrinär waren; selbst der Briefträger sagte in diesen Filmen noch „Grüß Gott“.

Über eine weit verzweigte Machtstruktur trieb Goebbels die Gleichschaltung der Medien voran. So gelang es ihm 1937, Alfred Hugenberg zum Verkauf der Universum-Film AG (Ufa) zu zwingen und damit eine der größten Filmgesellschaften in Staatsbesitz zu bringen. Im Gegensatz zu beispielsweise Göring ließ er sich aber nicht in die Aufsichtsräte der von ihm abhängigen Gesellschaften berufen, um sich persönlich zu bereichern.

Die von Goebbels gegründete Reichskulturkammer regelte den Zugang zu allen künstlerischen Berufen. Viele jüdische Vertreter aller Kultursparten wurden aus ihren Berufen verbannt. Goebbels initiierte auch die berühmt-berüchtigte Ausstellung Entartete Kunst und ließ hierzu die Werke zahlreicher jüdischer und moderner Künstler beschlagnahmen. Insgesamt bereitete er ideologisch-propagandistisch den Holocaust (die Shoa) vor.

Die von Goebbels entwickelte Gesamtheit der NS-Propaganda gilt noch heute als Vorbild zur Gleichschaltung und Beeinflussung der Volksmassen in Diktaturen.

Im August 1938 scheiterte Goebbels Ehe mit Magda, die er im Dezember 1931 geheiratet hatte, beinahe wegen seiner zahlreichen Affären, unter anderem mit der tschechischen Schauspielerin Lída Baarová. Zu dieser Zeit nannte der Volksmund ihn bereits den „Bock von Babelsberg“. Erst durch Hitlers Intervention ließ sich die propagandistische „Katastrophe“ abwenden.

Goebbels' Einstellung zum Judentum

Goebbels' Verhältnis zu den Juden ist nicht ohne Widersprüche und offene Fragen. Zwar finden sich in seinen Tagebüchern, bevor er in der rechten Szene aktiv wurde, vereinzelt judenfeindliche Sätze, doch mit der späteren Hasspropaganda, die auf die völlige Vernichtung der Juden zielte, hatte dies nichts zu tun. In seinem persönlichen Umfeld gab es zahlreiche jüdische Bekanntschaften, beispielsweise hatte seine Frau zur Zeit ihrer ersten Ehe ein Verhältnis mit dem Zionisten Chaim Arlosoroff. Sein Biograph Helmut Heiber berichtet, Goebbels habe an den Chefredaktor des Berliner Tageblatts, Theodor Wolff, damals den angesehensten Journalisten in Deutschland, fünfzig Artikel vergebens eingesandt und sich auch als Redakteur erfolglos beworben.

Goebbels wusste von Anfang an von Hitlers Vernichtungsplänen. Auch die späteren Beschlüsse der Wannseekonferenz waren seinem Ministerium und ihm persönlich nicht verborgen. Am 27. März 1942 notiert er in sein Tagebuch:

Aus dem Generalgouvernement werden jetzt, bei Lublin beginnend, die Juden nach dem Osten abgeschoben. Es wird hier ein ziemlich barbarisches und nicht näher zu beschreibendes Verfahren angewandt, und von den Juden selbst bleibt nicht mehr viel übrig. Im großen kann man wohl feststellen, daß 60 Prozent davon liquidiert werden müssen, während nur noch 40 Prozent zur Arbeit eingesetzt werden können. Der ehemalige Gauleiter von Wien, der diese Aktion durchführt, tut das mit ziemlicher Umsicht und auch mit einem Verfahren, das nicht allzu auffällig wirkt. An den Juden wird ein Strafgericht vollzogen, das zwar barbarisch ist, das sie aber vollauf verdient haben. Die Prophezeiung, die der Führer ihnen für die Herbeiführung eines neuen Weltkrieges mit auf den Weg gegeben hat, beginnt sich in der furchtbarsten Weise zu verwirklichen…

Im Vorwort zu Joseph Goebbels. Tagebücher 1945. Die letzten Aufzeichnungen, Hamburg 1977 schreibt Rolf Hochhuth zu diesem Thema:

Goebbels, um keine Illusion über ihn aufkommen zu lassen, hat alle Verbrechen Hitlers mitverschuldet. Er hat sie großmächtig angepriesen, selbst dann, wenn er aus Klugheit, Instinkt, Berechnung dagegen war; selbst dann, wenn er vorher versucht hatte, Hitler durch eine Unterredung von seinen Vorhaben abzubringen – wie etwa von der Entfesselung des Zweiten Weltkrieges und wie (vermutlich) von der „Endlösung“.

Einige Historiker (Barth) meinen, Goebbels habe sich später tatsächlich die Rassen- und Judenwahnlehre Hitlers zu eigen gemacht, andere gehen davon aus, dass er aus rein opportunistischen und taktischen Gründen alle judenfeindlichen Positionen Hitlers unreflektiert übernahm und nach außen hin vertrat, um sich ihm einerseits anzudienen und sich andererseits mit Krawallparolen Gehör zu verschaffen. Beispielsweise waren seine Tiraden gegen den jüdischstämmigen Vizepräsidenten der Berliner Polizei, Bernhard Weiß, den er in seinem Hetzblatt Der Angriff als Isidor karikierte, nicht von persönlichem Hass Weiß gegenüber geprägt, sondern Teil seiner technokratisch kühl kalkulierenden Propagandamaschine. Er verstand es hervorragend, die Klischees über „die Juden“ für die NSDAP zu propagandistischen Zwecken zu nutzen, ob er sie wirklich selbst vertrat, ist bis heute Gegenstand kontroverser historischer Forschungen.

Ähnliche Widersprüchlichkeiten finden sich auch im Rahmen seiner Hassparolen gegenüber den „Privilegierten“ und „Intellektuellen“ der Weimarer Republik. Gegen diese hatte er persönlich nichts, vielmehr wollte er aufgrund seines Minderwertigkeitskomplexes immer genau diesem privilegierten intellektuellen Personenkreis angehören, heiratete „standesgemäß“ und ließ sich gerne mit „Herr Doktor“ anreden.

Goebbels und die „Reichskristallnacht“

Die Pogrome in der „Reichskristallnacht“ am 9./10. November 1938 wurden von Goebbels initiiert; vorher hatte er sich allerdings bei Hitler rückversichert. Eines seiner Motive war vermutlich, sich nach seiner Eheaffäre bei Hitler wieder beliebt zu machen. Am Abend des 9. November wurde in München des Hitlerputschversuchs von 1923 gedacht. Goebbels hielt eine antisemitische Hetzrede, in der er die Juden für den zwei Tage zuvor geschehenen Anschlag auf Ernst Eduard vom Rath verantwortlich machte. Er verwies auf Pogrome, die in Magdeburg-Anhalt und Kurhessen bereits stattgefundenen hatten, und gab zu verstehen, dass die Partei antijüdische Aktionen nicht behindern werde. Dies wurde wie geplant von den anwesenden Gauleitern und SA-Führern als Aufforderung zu Aktionen verstanden, und entsprechende Befehle wurden an die örtlichen Dienststellen gegeben.

Die Aktionen waren in Partei und Sicherheitsapparat nicht unumstritten; vor allem die Geheime Staatspolizei (Gestapo) und der Sicherheitsdienst (SD) kritisierten sie und zogen systematische verborgene Entrechtung dem öffentlichen Pogrom vor. Möglicherweise hielt sich Goebbels deswegen mit der direkten Organisation der Pogrome zurück und konnte sie so auch als Akt des „Volkszorns“ ausgeben. Am Tag nach der „Reichskristallnacht“ schrieb er in sein Tagebuch:

„Ich trage dem Führer die Angelegenheit vor. Er bestimmt: Demonstrationen weiterlaufen lassen. Polizei zurückziehen. Die Juden sollen einmal den Volkszorn zu verspüren bekommen. Das ist richtig. Ich gebe gleich entsprechende Anweisungen an Polizei und Partei…“

Zweiter Weltkrieg

Der Krieg 1939 begeisterte ihn keinesfalls; er wusste, dass dieser Krieg unpopulär war, und fürchtete die Niederlage. „Gnade Gott uns, wenn wir diesen Krieg verlieren“, soll er bei der Nachricht vom Kriegseintritt Englands gesagt haben. Dementsprechend bot er seine volle Fähigkeit und Kraft auf, um für Führer und Volk (wie er es sah) den Sieg dennoch zu erringen.

Sicherung des Wehrwillens

Sofort nach Kriegsbeginn verbot die „Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen“ das Abhören ausländischer Sender; selbst Minister brauchten eine Sondergenehmigung.

Wer Nachrichten, „die geeignet sind, die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu gefährden, vorsätzlich verbreitet, wird mit Zuchthaus, in besonders schweren Fällen mit dem Tode bestraft“.

Ab 1940 war Goebbels Herausgeber der Wochenzeitschrift Das Reich. Als deren Leitartikler, mit Reden vor Parteiversammlungen und im Rundfunk unternahm er in Wort und Schrift, was immer ihm möglich war, um den Glauben an den Endsieg und den Willen dazu aufrechtzuerhalten (außerdem trugen die Honorare dazu bei, seine persönlichen Finanzen zu sanieren). Als entscheidend verkündete er Beweggründe geistiger Art, wie er sie aus der Sicht des Nationalsozialismus vortrug: die weltgeschichtliche Sendung des Führers, die wirtschaftliche, militärische und vor allem kulturelle Überlegenheit des deutschen Volkes. In der Ausgabe vom 2. Mai 1943, einige Monate nach der Niederlage von Stalingrad, schreibt er: An der Peripherie unserer Kriegführung sind wir hier und da etwas anfällig.

Vereitelung des Putschs vom 20. Juli 1944

Goebbels hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Putschversuch der Militärs vom 20. Juli 1944 fehlschlug. Major Otto Ernst Remer hatte den Auftrag, Goebbels zu verhaften. Er wusste jedoch, soweit bekannt, nicht, dass er damit einen Befehl der Verschwörer ausführen sollte. Da durch den Befehl „Walküre“, der für innere Unruhen vorgesehen war, eine unübersichtliche Situation entstanden war, war Remer wohl zunächst der Meinung, dass Goebbels auf Seiten der Verschwörer stand. Als Remer in Goebbels' Büro im Ministerium am Wilhelmplatz eintraf, gelang es Goebbels, eine Telefonverbindung zwischen Remer und Hitler herzustellen. Die Putschisten hatten es, wie so vieles andere, versäumt, die Telefonleitungen des Ministeriums zu Hitlers Quartier zu unterbrechen. Hitler lebte noch, dem Auftrag der Putschisten fehlte somit die Voraussetzung, und Remer (der Hitlers Stimme am Telefon erkannte) kehrte seine Möglichkeiten gegen die Putschisten. Goebbels sorgte dafür, dass der Berliner Rundfunk in der Hand der Regierung blieb, und meldete das Scheitern des Putsches. Der Rundfunk kündigte eine Rede des Führers an, und Hitlers bekannte Stimme bewies der Bevölkerung, dass er lebte und die Macht behalten hatte. Für seinen Beitrag zur Niederschlagung des Putsches wurde Remer zum Oberst befördert. Er trat auch nach dem Krieg als überzeugter Nationalsozialist auf und ließ sich in den entsprechenden Kreisen für seinen Beitrag als „Held“ feiern.

Der „Totale Krieg“

Die Bombenangriffe der überlegenen alliierten Luftstreitkräfte hatten in vielen Städten des Reiches ganze Wohngebiete zerstört; unter der Zivilbevölkerung waren Tote und Verletzte zu beklagen. Die Luftangriffe weckten Empörung, weniger gegen die eigene Regierung als gegen die Angreifer. Staatliche und Partei-Dienststellen konnten die Schäden weder verhindern noch vermindern, suchten aber im Zeichen der Volksgemeinschaft unverzüglich solidarische Hilfe zu organisieren, wenn das möglich war (Verteilen von Lebensmitteln in den getroffenen Stadtteilen, Zuweisen von Ersatz-Unterkünften und Ähnliches). Die vom Propagandaministerium gesteuerten Medien, insbesondere die deutsche Wochenschau, lenkten die Aufmerksamkeit beharrlich auf solche Leistungen der staatlichen Vorsorge. Goebbels selbst suchte fleißig Schadensgebiete auf, ließ sich von Betroffenen berichten und sprach ihnen zu, selbstverständlich mit der Absicht, den Willen zum Sieg über die Angreifer und das Vertrauen in die Führung zu festigen. Das Wort „Soforthilfe“ soll damals von Goebbels geprägt worden sein.

Am 31. Januar und 2. Februar 1943 hatten sich die in Stalingrad eingeschlossenen deutschen Streitkräfte der sowjetischen Übermacht ergeben; Goebbels ließ die Nachricht in Zeitungen mit Trauerrand verbreiten. Nun konnte die militärische Schwäche der deutschen Wehrmacht trotz allen verbalen Beschönigungen („Frontbegradigung“) gerade aufmerksamen Volksgenossen nicht mehr verborgen bleiben, der Glaube an den Sieg war in Gefahr. In dieser Lage hielt Goebbels es für möglich und für geboten, zu Empörung, Solidarität, Vertrauen und Siegeswille aufzurufen, nicht mehr nur gegen die Luftangriffe (so hatte er die erwünschte Reaktion bisher beobachtet), sondern allgemein gegen den Feind überhaupt. Ansprechen und innerlich bewegen wollte er nicht nur die von Luftangriffen örtlich betroffenen Menschen, sondern das gesamte deutsche Volk.

Ebenso wie Hitler war Goebbels überzeugt, über Erfolg oder Misserfolg geschichtlichen Geschehens entscheide am allermeisten die Wirkung des gesprochenen Wortes, der politischen Rede. Nach dem Rückschlag in Stalingrad sollte nun eine rhetorische Tat in Deutschland Mut und Entschlossenheit zum Sieg wieder unerschütterlich aufrichten und festigen (kein Zitat, aber die damalige Sprechweise). Im Verlauf einer politischen Kundgebung sollte (wie Goebbels es sah) die Versammlung ganz Deutschland repräsentieren, die Anwesenden sollten dem Aufruf zum totalen Krieg zustimmen und so den Willen des Volkes verbindlich festlegen. Hass und Jubel der aufgeregten Menge müsste (so stellte Goebbels sich das wohl vor) die gleiche Wirkung und Geltung haben wie ein formaler Reichstagsbeschluss, wie eine demokratische Volksabstimmung.

Goebbels hat diese bis dahin unerhörte Fortentwicklung der politischen Willensbildung sorgfältig vorbereitet. Die Teilnehmer wurden namentlich ausgewählt und kurzfristig einberufen, einzelne auch ehrenvoll abgeholt und herbeigefahren. Regimetreue Volks- und Parteigenossen in genügender Zahl saßen zwischen den übrigen Teilnehmern, um an den richtigen Stellen den Beifall in Gang zu bringen. Fotografen und Kameraleute erhielten die Weisung, hauptsächlich prominente Gesichter und Zeichen der Zustimmung ins Bild zu nehmen. Die sogenannte Sportpalastrede fand am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast statt und wurde vom Rundfunk ausgestrahlt; an den folgenden Tagen verkündeten Printmedien und Wochenschau das Ereignis im ganzen Reich.

Es dauerte aber noch ein volles Jahr und fünf Monate, bis Hitler auch formal den totalen Krieg befahl. Erst nach dem Attentat vom 20. Juli 1944, freilich noch an diesem Tage, beauftragte Hitler zunächst Reichsleiter Martin Bormann mit allen „zur Herbeiführung eines totalen Kriegseinsatzes“ notwendigen Anordnungen in der NSDAP, deren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden. Am 25. Juli 1944 wurde Hermann Göring beauftragt, das „gesamte öffentliche Leben den Erfordernissen der totalen Kriegsführung in jeder Beziehung anzupassen“. Erst jetzt wurde Goebbels „Generalbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz“.

Suizid

In den letzten Kriegstagen, im April 1945 bezog Goebbels mit seiner Familie mehrere Räume im Vorbunker des Bunkers unter der Reichskanzlei, des sogenannten „Führerbunkers“. Am 21. April wandte er sich ein letztes Mal über den Rundfunk an das Volk, insbesondere an die Berliner:

„Verteidiger Berlins! Auf euch sind die Blicke eurer Frauen, eurer Mütter und Kinder gerichtet. Sie haben euch ihr Leben und ihre Zukunft anvertraut. Ihr kennt jetzt eure Aufgabe, und ich weiß, ihr werdet sie vorbildlich erfüllen. Die Stunde eurer Bewährung ist da. (…) Ich bleibe mit meinen Mitarbeitern selbstverständlich in Berlin. Auch meine Frau und meine Kinder sind hier und bleiben hier. (Lauter Artillerieeinschlag im Hintergrund) Mit allen Mitteln werde ich die Verteidigung der Reichshauptstadt aktivieren. Mein Denken und Handeln gilt eurem Wohl und der Abwehr unseres gemeinsamen Feindes. Vor den Mauern unserer Stadt wird und muss der Mongolensturm gebrochen werden. Unser Kampf wird das Fanal sein für den entschlossensten Kampf der ganzen Nation. Von dem fanatischen Willen erfüllt, die Hauptstadt des Reiches nicht in die Hände der Bolschewisten fallen zu lassen, sind wir solidarisch zu Kampf und Arbeit angetreten. Unser Ziel ist die Freiheit unseres Reiches und ein Reich der sozialen Gerechtigkeit in einer kommenden, glücklichen Zukunft.“ (VB vom 23. April 1945)

Goebbels war am 29. April 1945 Trauzeuge, als Hitler kurz vor dem eigenen Suizid Eva Braun heiratete. Hitler bestimmte seinen Propagandaminister in seinem Politischen Testament zu seinem Nachfolger als Reichskanzler. Goebbels hingegen diktierte kurz danach um 5:30 Uhr folgenden „Zusatz zum Testament Adolf Hitlers“:

„Der Führer hat mir den Befehl gegeben, im Falle des Zusammenbruchs der Verteidigung die Reichshauptstadt Berlin zu verlassen und als führendes Mitglied an einer von ihm ernannten Regierung teilzunehmen. Zum erstenmal in meinem Leben muß ich mich kategorisch weigern, einem Befehl des Führers Folge zu leisten. Meine Frau und meine Kinder schließen sich dieser Weigerung an. Im anderen Falle würde ich mir selbst (…) für mein ganzes ferneres Leben als ein ehrloser Abtrünnling und gemeiner Schuft vorkommen, der mit der Achtung vor sich selbst auch die Achtung seines Volkes verlöre, die die Voraussetzung eines weiteren Dienstes meiner Person an der Zukunftsgestaltung der Deutschen Nation und des Deutschen Reiches bilden müßte. In dem Delirium von Verrat, das in diesen kritischsten Tagen des Krieges den Führer umgibt, muss es wenigstens einige geben, die bedingungslos und bis zum Tode zu ihm halten.“

Dieser Zusatz ergeht sich des weiteren in Ankündigungen des Ehepaars Goebbels, dem beiderseits bis zum letzten Moment geliebten „Führer“ in den Tod folgen zu wollen und aus diesem Anlass auch die eigenen Kinder umzubringen. (Joseph Goebbels. Tagebücher 1945. Die letzten Aufzeichnungen, Hamburg 1977, S. 539 f.)

Am 1. Mai 1945 gegen 22 Uhr töteten sich Goebbels und seine Frau Magda mit Blausäure. Entgegen anderslautenden Gerüchten sind weder Magda noch Joseph Goebbels erschossen worden. Das belegen die Obduktionsergebnisse der nur unvollständig verbrannten Leichen, durchgeführt von der Roten Armee. Kurz zuvor hatte der SS-Arzt Helmut Kunz auf beider Veranlassung ihre sechs Kinder betäubt, die dann von Magda Goebbels und Hitlers Leibarzt Ludwig Stumpfegger mit Blausäurekapseln ermordet wurden. Die Leichen des Ehepaars Goebbels wurden am Morgen des 2. Mai im Garten der Reichskanzlei unvollständig verbrannt. Gegen 17 Uhr betraten sowjetische Offiziere den Garten der Reichskanzlei und entdeckten die Leichen von Goebbels und seiner Frau nur wenige Meter vom Notausgang des Führerbunkers entfernt. Im Untersuchungsbericht heißt es:

Die Leiche des Mannes war von niedrigem Wuchs, der Fuß des rechten Beines (Klumpfuß) steckte in halbgekrümmter Stellung, in einer angekohlten Metallprothese; darauf lagen die Überreste einer verkohlten Parteiuniform der NSDAP und eines angesengten Goldenen Parteiabzeichens; bei der verkohlten Leiche der Frau wurde ein angesengtes goldenes Zigarettenetui entdeckt; auf der Leiche ein Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP und eine angesengte goldene Brosche. Zu Häupten der beiden Leichen lagen zwei Walther-Pistolen Nr. 1 (aus Quelle: Das Erste, Informationen – Joseph Goebbels)

Goebbels-Tagebücher

Goebbels führte seit Oktober 1923 regelmäßig Tagebuch, das von Dr. Elke Fröhlich im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte zwischen 1992 und 2005 in zwei Teilen posthum veröffentlicht wurde. Grundlage der Edition waren die 1992 von Elke Fröhlich in Moskauer Archiven aufgefundenen Glasplatten, eine frühe Form von Mikrofiches, mit den Tagebuch-Texten von Joseph Goebbels. Der handgeschriebene Tagebuchteil war bis dahin nur fragmentarisch bekannt und veröffentlicht worden (zuerst unter dem Titel Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Sämtliche Fragmente, 1987). Die neue 29-bändige Edition der Tagebücher von Joseph Goebbels, herausgegeben von Elke Fröhlich im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte und mit Unterstützung des Staatlichen Archivdienstes Russlands, ist faktisch eine Gesamtausgabe, denn sie enthält alle aufgefundenen Tagebuchtexte, fast 98 % des von Goebbels geschriebenen und diktierten Tagebuchmaterials.

Die Familie Goebbels

Joseph und Magda Goebbels heirateten am 19. Dezember 1931 und hatten zusammen sechs Kinder, Helga († 12), Hildegard († 11), Helmut († 9), Hedwig († 8), Holdine († 7), Heidrun († 4). Der Öffentlichkeit waren die Kinder als Helga, Hilde, Helmut, Hedda, Holde und Heide bekannt. Angeblich wünschte Magda Goebbels das „H“ als Anfangsbuchstaben des Namens „Hitler“, als Namensbeginn für ihre Kinder. Allerdings hatte auch ihr bereits 1921 geborener Sohn aus erster Ehe Harald Quandt einen mit „H“ beginnenden Namen getragen.

Medienwirksam stilisierte Goebbels seine Familie zur idealen nationalen Vorzeigefamilie. Die Familie wurde ein wichtiger Teil seiner Propaganda. Die Kinder Helga, Hilde und Helmut wurden im August 1938 vor die Kameras der UFA gestellt, um die medienwirksame Versöhnung des Ehepaares Goebbels zu präsentieren. „Ob denn der Vater nun wieder lieb wäre,“ fragte Magda ihre Töchter, was diese selbstverständlich bejahten.

Goebbels ließ seine Kinder ohne deren Wissen 1939 in einem Film auftreten, der die Euthanasie Behinderter propagieren sollte. Diese werden dort als positiver Kontrast zu „abstoßenden“ Behinderten gezeigt.

Allein 1942 sah man die Goebbels-Kinder 34 mal in den Wochenschauen, in denen sie jedes Mal das familiäre Idyll präsentierten. So sangen sie dem Vater zu seinem 45. Geburtstag ein Ständchen, halfen ihrer Mutter beim Wäsche aufhängen, oder spielten ganz einfach im Garten.

1942/1943, als Goebbels kaum noch Kriegserfolge melden konnte, setzte er fast vollständig auf Durchhalteparolen und Familien-Propaganda. So schickte er seine Frau Magda Ende 1944 noch zusammen mit den beiden ältesten Töchtern in ein Kriegslazarett, wo sie für die Wochenschau Verwundete pflegen sollten. Für die Töchter, erst 12 und 10 Jahre alt, war es ein Schock, Verwundete sehen zu müssen, die zum Teil verstümmelt waren. Daraufhin verzichtete Goebbels auf solche Propaganda. Wenige Stunden nach Hitlers Selbstmord tötete Magda Goebbels die gemeinsamen Kinder im Führerbunker. Kurze Zeit später nahmen er und seine Frau Blausäurekapseln und entzogen sich mit ihrem Selbstmord einer Gerichtsverhandlung über ihre Mitschuld am Holocaust und am Zweiten Weltkrieg.

Texte von Goebbels

1. Publizierte Texte (Auswahl)

  • Wilhelm von Schütz als Dramatiker. Ein Beitrag zur Geschichte der Romantischen Schule (Dissertation, 1921)
  • Das kleine A.B.C. des Nationalsozialisten (1925)
  • Die zweite Revolution (1926)
  • Der Wanderer (Drama, 1927 aufgeführt)
  • Wege ins dritte Reich (1927)
  • Der Angriff (seit 1927 von G. hrsg. NSDAP-Zeitung)
  • Michael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern (Roman, 1929)
  • Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei (1934)
  • Kampf um Berlin (1934)
  • Signale der neuen Zeit (1934)
  • Der Angriff. Aufsätze aus der Kampfzeit (1935)
  • Die Zeit ohne Beispiel (1942)
  • Das eherne Herz (1943)
  • Der steile Aufstieg (1944)

2. Nicht publizierte Texte (Auswahl)

  • Der Lenz und ich und Du (Gedichte, o. J.)
  • Der Mutter Gebet. Ein Idyll aus dem Kriege (o. J.)
  • Bin ein fahrender Schüler, ein wüster Gesell (Novelle, 1917)
  • Judas Iscariot (Drama, 1918)
  • Heinrich Kämpfert (Drama, 1919)
  • Die Saat (Drama, 1920)

Nachleben

In dem Film Der Untergang wurde Goebbels 2004 von Ulrich Matthes verkörpert. Der um Authentizität bemühte Film schildert die letzten Tage des Dritten Reiches aus der Perspektive der nationalsozialistischen Führungsschicht.

Der Dokumentarfilm Das Goebbels-Experiment von Lutz Hachmeister und Michael Kloft, welcher auf der Berlinale 2005 vorgestellt wurde und im wesentlichen auf den Tagebüchern von Goebbels basiert, zeigt in Filmaufnahmen, wie sich Joseph Goebbels von seinen Anfängen in den 20er Jahren bis zum Tod neu inszenierte und wandelte.

Vergleiche mit Goebbels

Aufgrund ihrer rhetorischen Fähigkeiten als Propagandisten wurden verschiedene Politiker in Vergleichen mit Goebbels beschimpft und verunglimpft:

Siehe auch

Literatur

  • Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichsministers – Erinnerungen einer Erzieherin an die Familie Goebbels 1943–1945. Fohrmann Verlag, Swisttal. ISBN 3981058011
  • Elke Fröhlich (Hrsg.): Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Teil I, Aufzeichnungen 1923–1941, 14 Bde., K. G. Saur, München, 1997–2005. ISBN 3-598-23730-8
  • Elke Fröhlich (Hrsg.): Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Teil II, Diktate 1941–1945, 15 Bde., K. G. Saur, München, 1993–1996. ISBN 3-598-21920-2
  • Lutz Hachmeister, Michael Kloft (Hrsg.): Das Goebbels-Experiment. DVA, München 2005, ISBN 3-421-05879-2
  • Helmut Heiber: Joseph Goebbels. Berlin 1962
  • Stefan Lehnberg: Mein Eid. Der fabelhafte Tod des Joseph Goebbels. Theaterstück
  • Kai Michel: Vom Poeten zum Demagogen. Die schriftstellerischen Versuche Joseph Goebbels'. Böhlau, Weimar/Köln 1999, ISBN 3-412-15598-5
  • Ralf Georg Reuth: Goebbels. Eine Biographie. Neuausgabe. Piper, München 1995, ISBN 3-492-12023-7
  • Curt Riess: Goebbels. Dämon der Macht. Biographie. Neuauflage. Universitas Verlag, München 1989, ISBN 3-8004-1211-X (Original: Baden-Baden 1950)
  • Joachim C. Fest: Joseph Goebbels oder „Canaille Mensch“ in ders.: Das Gesicht des Dritten Reiches. Profile einer totalitären Herrschaft (11. Auflage). Piper, München und Zürich 1993, ISBN 3-492-11842-9, S. 119–139
  • Christoph Waldecker: Rheydt 1815–1974. In: Wolfgang Löhr (Hrsg.): Loca Desiderata. Mönchengladbacher Stadtgeschichte. Band 3/1. Rheinland-Verlag, Köln 2003, S. 241–372, ISBN 3-7927-1888-X (Mit einem Kapitel zu Goebbels)
  • Dieter Wunderlich: Goebbels und Göring. Eine Doppelbiografie. Regensburg 2002, ISBN 3-7917-1787-1
  • Siegfried Becker: Ein Nachlaß im Streit. Anmerkungen zu den Prozessen über die Tagebücher von Joseph Goebbels, in: Friedrich P. Kahlenberg (Hg.): Aus der Arbeit der Archive. Beiträge zum Archivwesen, zur Quellenkunde und zur Geschichte. Festschrift für Hans Booms, Boppard a. Rh. 1989, S. 270–286 (ISBN 3-7646-1892-2).
  • Hans Günter Hockerts: Die Edition der Goebbels-Tagebücher, in: Horst Möller/Udo Wengst (Hg.): 50 Jahre Institut für Zeitgeschichte. Eine Bilanz, München 1999, S. 249–264 (ISBN 3-486-56460-9).
  • Bernd Sösemann: Die Tagesaufzeichnungen des Joseph Goebbels und ihre unzulänglichen Veröffentlichungen, in: Publizistik 37 (1992), S. 213–244.
  • Bernd Sösemann: Inszenierungen für die Nachwelt. Editionswissenschaftliche und textkritische Untersuchungen zu Joseph Goebbels' Erinnerungen, diaristischen Notizen und täglichen Diktaten, in: Lothar Gall (Hg.): Neuerscheinungen zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. (HZ-Sonderheft 16), München et al. 1992, S. 1–45 (ISBN 3-486-64446-7).
  • Iring Fetscher: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast 1943. eva – Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1998, ISBN 3-434-50431-1
  • Christian Baier:„Joseph. Ein deutsches Schicksal“ Verlag Der Apfel. Wien 2001, ISBN-13-978-3-85450-133-6


Weblinks

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