Josef Rattner

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Josef Rattner (* 4. April 1928 in Wien) ist ein österreichischer Psychoanalytiker.

Rattner gründete seine Beiträge zur Tiefenpsychologie auf die Individualpsychologie Alfred Adlers. Er gilt als Pionier der Großgruppentherapie. Seine Familie emigrierte 1938 in die Schweiz. Zwischen 1945 und 1968 lebte Rattner in Zürich bei seinem Ziehvater Friedrich Liebling, einem Individualpsychologen.

Rattner studierte zunächst Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Germanistik und Kunstgeschichte an der Zürcher Universität (Abschluss mit der Dissertation "Das Menschenbild in der Philosophie von Martin Heidegger"), anschließend Medizin (Dissertation "Das Wesen der schizophrenen Reaktion"). Ab 1955 Mitarbeit an der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle, Zürich (Leitung Friedrich Liebling) auch Zürcher Schule für Psychotherapie genannt. 1968 siedelt er um nach Berlin.

Dort gründete er den "Arbeitskreis für Tiefenpsychologie, Gruppendynamik und Gruppentherapie" und Anfang der 70er Jahre das gleichnamige Institut, wo er seine Vorstellungen einer "Verstehenden Tiefenpsychologie" sowie von Therapie vor Großgruppen umsetzte. Mitarbeiter bieten daneben Kleingruppen an, an denen in der Regel jeweils zwischen zehn und zwanzig Personen teilnehmen.

Die Großgruppe tagte in den 70er Jahren zunächst an der Freien Universität Berlin, später kaufte er ein Haus in Berlin-Charlottenburg, wo seitdem mehrmals wöchentlich öffentlich zugängliche Therapien und Schulungen stattfinden (Therapien momentan (2006) einmal die Woche). In den therapeutischen Sitzungen wird vor der Gruppe über die Probleme jeweils einer Person diskutiert. Die Großgruppe wird hauptsächlich von Psychotherapeuten und Lehrern besucht, Therapie und Schulung in Selbst- und Menschenkenntnis richten sich an Zuhörer aus allen Bevölkerungsschichten. Ein Hauptvorteil besteht darin, dass bei fehlendem psychotherapeutischem Angebot einer großen Gruppe von Menschen psychologisches Wissen vermittelt werden kann.

Bislang wurden im Rahmen von Arbeitskreis und Institut schätzungsweise 3000 Menschen psychotherapeutisch behandelt, ferner gut 200 Therapeuten ausgebildet und ebensoviele Diplomarbeiten und Dissertationen angestoßen und gefördert. Seit 2000 bietet das staatlich anerkannte Institut reguläre Ausbildungen zum Psychologischen Psychotherapeuten sowie zum Individualpsychologischen Berater an, seit 2005 auch zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Nach einer Erkrankung 1994 zog sich Rattner vom aktiven Therapeutendasein zurück. Er ist weiterhin schriftstellerisch aktiv und gibt daneben seit 1975 die Zeitschrift "Miteinander leben lernen"[1] und das "Jahrbuch für Tiefenpsychologie" heraus. Er wurde von der Österreichischen Regierung mit dem Titel Professor ehrenhalber und dem Großen Verdienstkreuz geehrt. Im Oktober 2006 erhielt Josef Rattner die Ehrendokorwürde der Universität Klagenfurt.[2]

Weblinks

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