Hermann Göring

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Hermann Wilhelm Göring (* 12. Januar 1893 in Rosenheim; † 15. Oktober 1946 in Nürnberg durch Suizid) war der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg und einer der führenden Politiker in der Zeit des Nationalsozialismus. Er wurde in den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt.

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Auf dem Höhepunkt seiner Macht und der internationalen Anerkennung: Göring (Mitte), mit König Gustav V. (rechts) und Prinz Gustav Adolf von Schweden 1939 in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Familie und Herkunft

Hermann Göring wurde als Sohn der Eheleute Ernst Heinrich und Franziska Göring (geb. Tiefenbrunn) im damaligen Sanatorium Marienbad (aufgelassen, seit Jahrzehnten Bürogebäude) in der Hausstätterstraße 22 (heute Heilig-Geist-Straße) in Rosenheim geboren. Die Familie war aber in Rosenheim nicht ansässig, Frau Göring war zu Besuch. Sein Vater, Ernst Heinrich Göring, war promovierter Jurist und von Bismarck zum ersten Reichskommissar für Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) (1885 bis 1888) bestimmt worden.

Sein jüngerer Bruder Albert Göring, der die nationalsozialistische Ideologie entschieden ablehnte und bedrängte Menschen (Juden und Nicht-Juden) durch seine Kontakte und Informationen vor Willkürakten und Horror des Nationalsozialismus beschützen konnte, war während des Zweiten Weltkriegs Leiter der Škoda-Werke in Pilsen.

Zwei Schwestern Görings (Olga Therese Sophie und Paula Elisabeth Rosa) waren in Österreich mit Juristen verheiratet. Er hatte noch einen älteren Bruder: Karl Ernst Göring (* 3. August 1885; † 4. Oktober 1932).

Kindheit und Jugend

Ab 1901 lebte Göring zusammen mit seiner Mutter und seinen vier Geschwistern auf den Ländereien seines Patenonkels Hermann von Epenstein, eines Mannes jüdischer Herkunft. Bei Epenstein verbrachte Göring einen Teil seiner Kindheit und Jugend auf dessen Burg Veldenstein (ca. 30 km nordöstlich von Nürnberg) und Mauterndorf (ca. 120 km südlich von Salzburg). Er besuchte das Gymnasium in Fürth und Ansbach.

Göring trat mit 12 Jahren in eine Kadettenschule in Karlsruhe ein, die seine Disziplin jedoch nicht besonders verbesserte. Vier Jahre später wechselte er an die Kadettenanstalt Lichterfelde bei Berlin. Mit Abitur und Offiziersexamen schloss er die Kadettenanstalt ab und trat 1912 in das Badische Infanterie-Regiment „Prinz Wilhelm“ Nr. 12 in Mülhausen im Elsaß ein.

Erster Weltkrieg 1914–18

Im Ersten Weltkrieg erwies sich Göring als taktierender und kluger Anführer; er war zunächst Leutnant der Infanterie. Wegen seines Rheumatismus wurde er 1915 in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er wenig später von seinem Freund und Kampfflieger, Bruno Loerzer, überzeugt wurde, der Luftwaffe beizutreten. Göring verließ ohne Genehmigung das Krankenhaus und diente kurz darauf als Beobachter in einer Fliegertruppe. 1916 bekam er offiziell eine Pilotenausbildung.

Am 14. März desselben Jahres schoss er seinen ersten feindlichen Bomber ab. Nachdem er sich als erfolgreicher Jagdflieger auszeichnete, als Führer der Jagdstaffel 26 fungierte und schließlich zum Hauptmann aufstieg, wurde ihm im Juli 1918 eine weitere Ehre zuteil. Als der Kommandeur des Jagdgeschwaders Nr. 1 Hauptmann Wilhelm Reinhard bei einem Testflug tödlich verunglückte, wurde Göring Kommandeur dieses als Richthofens „Fliegender Zirkus“ bekannten Geschwaders. In seiner neuen Position erzielte er schließlich seinen 22. und letzten Luftsieg.

Bereits nach seinem 19. Abschuss war ihm der Orden Pour le Mérite verliehen worden. Die Verleihung stellte eine Ausnahme dar, da ein Kampfpilot dafür zu diesem Zeitpunkt eigentlich 20 Luftsiege benötigte.

Zeit der Weimarer Republik

Nach dem Krieg, in der Zeit der Weimarer Republik, arbeitete er in Dänemark und Schweden als Kunst- und Verkehrsflieger. In Schweden lernte er seine erste Frau, Carin Freifrau von Kantzow geb. Freiin von Fock, kennen, die er im Februar 1923 in München heiratete. Carin Göring starb 1931 an Tuberkulose. Später nannte er in Andenken an sie sein pompöses Anwesen in der Schorfheide bei Groß SchönebeckCarinhall“. 1935 heiratete er die Schauspielerin Emmy Sonnemann, mit ihr hatte er eine Tochter, Edda Göring die am 2. Juni 1938 geboren wurde.

Görings Nimbus als Kriegsheld und seine Verbindungen zur Aristokratie machten ihn zu einem idealen Anwärter für die noch junge NSDAP, in die er 1922 eintrat. Hitler ernannte ihn im Dezember 1922 zum Leiter der SA. Am 9. November 1923 nahm er am Putschversuch in München teil, der von der Polizei blutig niedergeschlagen wurde. Göring, der mitten im Kugelhagel stand, wurde durch einen Schuss in den Oberschenkel schwer verletzt. Mit seiner Verwundung wurde er von Mitputschisten in den Hof des Hauses Residenzstraße 25 getragen. Der jüdische Eigentümer des Anwesens, Robert Ballin, nahm den stark blutenden Göring bei sich auf. Ballin und seine Frau wurden dafür durch Göring vom Holocaust verschont. Wegen der Schmerzen erhielt der Verletzte vom Arzt Morphium, - der Beginn von Görings Morphinismus, der bis zu seinem Tod andauerte. Bald floh er für vier Jahre ins Ausland. Über Österreich ging er zuerst nach Italien, wo er Mussolini kennen lernte, und schließlich nach Schweden, bis eine Generalamnestie ihm die Rückkehr erlaubte. Er verbrachte kurze Zeit in einer psychiatrischen Klinik, war aufgrund seiner Morphiumsucht im September 1925 in einer geschlossenen Abteilung. Ende 1927 kehrte er nach Deutschland zurück und trat erneut in die NSDAP und SA ein.

1928 wurde Göring einer der ersten NSDAP-Abgeordneten im Reichstag und nun von Hitler zum SA-Obergruppenführer ernannt. Damit war er in einer wichtigen Schlüsselstellung, um Hitler den Weg zur Macht zu ebnen.

Reichstagspräsident 1932

Nach der für die NSDAP sehr erfolgreichen Reichstagswahl Juli 1932 wurde Göring in der ersten Sitzung des Reichstags am 30. August 1932 mit Hilfe aller Stimmen der Zentrumspartei und der Bayerischen Volkspartei zum Reichstagspräsidenten gewählt. Damit hatte die NSDAP zunächst die dritthöchste Stelle in der Republik besetzt. Göring erhielt durch sein neues Amt direkten Zugang zum Reichspräsidenten von Hindenburg. In der nächsten Sitzung am 12. September 1932 erreichte Göring durch einen Verfahrenstrick, dass trotz der bekanntzugebenden Auflösung des Reichstags durch Reichspräsident von Hindenburg noch über ein Misstrauensvotum gegen die Regierung von Papen abgestimmt werden konnte, das für diese ein blamables Ergebnis brachte. In den folgenden Monaten übte Göring entscheidenden Einfluss bei der Zerschlagung der Weimarer Republik aus.

Zeit des Nationalsozialismus 1933–45

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Persönliche Standarte "Hermann Göring"

Ab 1933 war Göring preußischer Innenminister. Den ihm vorgesetzten Ministerpräsidenten Franz von Papen überspielte er einfach, später übernahm er auch dessen Posten. Als Innenminister war er Dienstherr der gesamten preußischen Polizei. Damit spielte er bei der „Machtergreifung" und dem Aufbau des nationalsozialistischen Regimes eine entscheidende Rolle, da man sich nur mittels der Kontrolle über die Ordnungsorgane der politischen Gegner entledigen konnte. Auf Görings Initiative hin entstanden die ersten, zunächst noch gefängnisähnlichen Konzentrationslager (teilweise als „wilde KZs“ bezeichnet), in die Oppositionelle von Polizei und SA verschleppt wurden. Auch die Gründung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), aus der später das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) hervorging, wurde von Göring veranlasst. Der erste Chef der Gestapo, Rudolf Diels, war mit Göring familiär verbunden. Beim so genannten Röhm-Putsch im Juni 1934 übernahm die Gestapo eine Schlüsselrolle bei der von Göring veranlassten Ermordung von Ernst Röhm und etwa 200 weiterer hochrangiger SA-Führer.

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Göring beauftragte im Juli 1941 Heydrich mit einem Gesamtentwurf bezüglich der Kosten, Organisation und Durchführung der „Endlösung der Judenfrage(letzte Zeile in diesem Schreiben)

Göring entwickelte sich in der Zeit des Nationalsozialismus – zumindest in den Augen der Öffentlichkeit – nach Hitler zum zweiten Mann im nationalsozialistischen Staat; 1934 wurde er per Gesetz zum Nachfolger Hitlers im Falle dessen Tods bestimmt.

Er wurde am 30. August 1933 zum General der Infanterie befördert, was ein Überspringen von fünf Rängen bedeutete, da er als Hauptmann aus der Reichswehr ausgetreten war. Dies sollte ihm in militärischen Kreisen eine gewisse Autorität beim Aufbau der Luftwaffe verschaffen. Im Mai 1935 wurde Göring unter gleichzeitiger Umernennung zum General der Flieger der Oberbefehl über die neu gegründete Luftwaffe übertragen. Zu Hitlers Geburtstag am 20. April 1936 wurde er zum Generaloberst befördert.

Am 18. Oktober 1936 wurde Göring zum Leiter des Vierjahresplans ernannt. Damit war er faktisch Wirtschaftsdiktator in Deutschland. Den Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht verdrängte er schnell. Sein Auftrag war es, die deutsche Wirtschaft kriegsbereit zu machen. Letztlich scheiterte er an dieser Aufgabe; sein faktischer Nachfolger in dieser Funktion wurde 1942 Albert Speer.

Während der Blomberg-Fritsch-Krise Anfang 1938 hoffte Göring, Blombergs Nachfolger als Oberbefehlshaber der Wehrmacht werden zu können. Auf Vorschlag Blombergs entschloss sich Hitler jedoch dazu, selbst den Oberbefehl über die Wehrmacht zu übernehmen. Quasi als Trost beförderte er Göring aber am 4. Februar 1938 zum Generalfeldmarschall. Nach Blombergs Rücktritt war Göring bis 1939 der einzige Träger dieses Dienstgrades und wurde somit zum ranghöchsten Offizier der Wehrmacht.

Nach der Reichspogromnacht 1938 schlug Göring vor, den deutschen Juden eine Geldbuße von einer Milliarde Reichsmark aufzuerlegen. Seine Beteiligung an der Vorbereitung und Durchführung des Holocaust ist durch einen Befehl vom 31. Juli 1941 belegt, dessen Echtheit er auch in den Nürnberger Prozessen bestätigte<ref>Topographie des Terrors: Internationales Militär Tribunal - Vernehmung Hermann Görings durch Robert H. Jackson. Stand: 07.01.2007</ref>. In diesem beauftragt er Reinhard Heydrich, alle notwendigen Vorbereitungen zur „Endlösung der Judenfrage“ zu treffen und einen „Gesamtentwurf“ hierfür zu erarbeiten. In den Nürnberger Prozessen stritt er allerdings jede Verantwortung und Kenntnis über den Holocaust ab. Nach der Sichtung eines Films über ein Konzentrationslager äußerte er, dass er die genauen Zustände in den Lagern nicht gekannt habe, die Darstellungen im Film aber für übertrieben halte. <ref>Zeugenaussauge und Filmausschnitte zu sehen in der Dokumentation „Speer und Er“ von Heinrich Breloer</ref>

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Die originale Reichsmarschall-Uniform von Hermann Göring, ausgestellt im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr.

Hitlers Kriegsplänen stand Göring skeptisch gegenüber, da er deren Erfolgsmöglichkeiten bezweifelte. 1938, in der Tschechenkrise, arrangierte er hinter dem Rücken des Außenministers Ribbentrop gemeinsam mit Mussolini die Konferenz von München. Hitler nahm ihm dies übel. Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs wurde Göring außenpolitisch kaltgestellt, um nicht noch einmal Hitlers Pläne zu stören. Im Juli 1940 wurde Göring vom Generalfeldmarschall zum Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches befördert, ein eigens für ihn geschaffener Dienstgrad.

Bis zum Frankreichfeldzug wurde Göring als Held der Luftwaffe gefeiert. Als sich das Kriegsgeschick wendete und vor allem auch wegen Görings katastrophaler Luftkriegsstrategie gegen England (siehe Luftschlacht um England), fiel er mehr und mehr in Ungnade. Er war auch mitverantwortlich für das Debakel von Stalingrad, weil er Hitler wider besseres Wissen zusagte, die eingekesselte Armee aus der Luft versorgen zu können. In seiner Funktion als Beauftragter für den Vierjahresplan organisierte er die wirtschaftliche Ausbeutung der besetzten Gebiete. Dass dabei Millionen von Menschen verhungern würden, bezeichnete er als notwendig und erwünscht.

Im Volksmund wurde Göring wegen seiner auffälligen, oft aus Uniform und vielen Orden bestehenden Garderobe „Goldfasan“ oder „Lametta-Heini“ genannt. Er bekleidete unzählige Posten, die er sich alle hoch bezahlen ließ; besonders bekannt wurde er in seiner Eigenschaft als Reichsforst- und -jägermeister. In der Schorfheide bei Berlin und in der Romintener Heide in Ostpreußen hielt er große Jagden ab. Er errichtete zu diesem Zwecke das „Jagdschloss Carinhall“ benannt nach seiner ersten Frau. Der ehemalige Leiter der Romintener Forste, Ofm. Frevert, berichtete in seinen Büchern über Görings Jagdneid, wenn einer seiner Gäste einen zu starken Hirsch geschossen hatte.

Wie Hitler und Himmler unterstanden auch Hermann Göring bewaffnete „Elite-Einheiten“: Die SA-Standarte „Feldherrnhalle“, deren „Ehren-Standartenführer“ er wurde, und das Polizeiregiment "General Göring", das später in die Luftwaffe überführt und während des Krieges zum Fallschirm-Panzerkorps „Hermann Göring“ ausgebaut wurde.

Nicht nur seine Gier nach Auszeichnungen, auch seine Sammelleidenschaft und Prunksucht waren maßlos: Museumsdirektoren zitterten vor seinem Besuch, da er Gemälde, die ihm gefielen, einfach konfiszieren ließ. Trotz der angespannten Lage der deutschen Streitkräfte in der Sowjetunion feierte Göring seinen 50. Geburtstag mit enormem Aufwand und forderte vom Finanzminister weitere 2 Millionen Reichsmark zur Vergrößerung von „Carinhall“. Hitler waren diese Forderungen bekannt und er duldete sie.

In seinem politischen Testament vom 29. April 1945 stieß Hitler ihn aus allen Staatsämtern wie auch der NSDAP aus und ließ ihn letztendlich verhaften. Direkt vorangegangen war Görings Versuch, nach dem Gesetz von 1934 die Nachfolge Hitlers anzutreten: Der Reichsmarschall hatte Hitlers Ankündigung, er werde bis zum Schluss in der Reichskanzlei bleiben, irrtümlich als Abdankung verstanden.

Gefangennahme, Prozess und Tod

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Acht der Angeklagten in Nürnberg: vordere Reihe v. l. n. r.: Hermann Göring, Heß, Ribbentrop, Keitel; dahinter: Dönitz, Raeder, Schirach, Sauckel

Göring wurde nach Hitlers Selbstmord im April 1945 enthaftet. Auf seine Frage, wohin er nun wolle, antwortete er: "Auf die Burg meiner Jugend." Er begab sich am 7. Mai 1945 auf die Fahrt nach Schloss Mauterndorf (Österreich), und da es unsicher war, ob es den Russen nicht doch noch gelingen würde, ins Murtal, also bis in den Salzburger Lungau vorzustoßen, entschied er sich, nach Schloss Fischhorn im Salzburger Pinzgau zu fliehen und sich in die Hände der 7. US-Armee zu begeben.

Am 21. Mai 1945 wurde Göring in Begleitung seiner Frau Emmy und der Tochter Edda in das geheime U.S. Lager Camp Ashcan im luxemburgischen Bad Mondorf gebracht, in dem zwischen Mai und September 1945 ein Großteil der bis dahin gefangenen Nazigrößen und hochrangige Militärs festgehalten und verhört wurden. Ab November 1945 war er dann als ranghöchster Nationalsozialist in Nürnberg angeklagt. Nach seinem Morphinentzug wirkte er auf viele Protagonisten der Nürnberger Prozesse lebendiger und schlagfertiger als in all den Jahren des Dritten Reiches zuvor. Er wurde in allen vier Anklagepunkten (Verschwörung gegen den Weltfrieden; Planung, Entfesselung und Durchführung eines Angriffskrieges; Verbrechen gegen das Kriegsrecht; Verbrechen gegen die Menschlichkeit) schuldig gesprochen und zum Tod durch Erhängen verurteilt. Der Vollstreckung des Urteils entzog sich Göring durch Suizid mit einer Blausäure-Giftkapsel. Bisher gibt es viele verschiedene Gerüchte und Behauptungen, wie das Gift in die streng bewachte Zelle Görings kommen konnte.

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Göring kurz nach seiner Festnahme am 9. Mai 1945. Im Hintergrund eine Texanische Flagge. Orden und Ehrenzeichen hatte man ihm abgenommen, aber für diese Aufnahme zurückgegeben.

Das bekannteste Gerücht besagt, dass das Gift von einem amerikanischen Offizier stamme, der verhindern wollte, dass ein Ritter des Ordens Pour le Mérite am Strang endete. Ein weiteres behauptet, das Gift soll Göring von Journalisten zugesteckt worden sein. Anfang 2005 meldete sich schließlich der ehemalige Wachsoldat Herbert Lee Stivers, der bei den Nürnberger Prozessen seinen Dienst getan hatte, und behauptete, dass er damals von einer Frau („Mona“) und zwei Männern gebeten worden sei, Göring Notizen und eine in einem Füllfederhalter versteckte Kapsel zuzustecken. Die Männer hätten ihm gesagt, dass Göring ein sehr kranker Mann sei und Medizin benötige. Herbert Lee Stivers ist davon überzeugt, dass es sich bei der „Medizin“ um die Blausäure für den Suizid gehandelt habe; aus Furcht vor Strafverfolgung aber habe er bis dahin geschwiegen.

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Görings Leichnam

Göring selbst legte die Planung seines Suizids in einem Abschiedsbrief an den Gefängniskommandanten dar. Danach hatte er von Anfang an drei Kapseln bei sich. Eine versteckte er so, dass sie „gefunden“ wurde, eine weitere wurde so gründlich versteckt, dass sie nicht gefunden wurde, während des Nürnberger Prozesses hatte Göring diese Kapsel bei sich im Stiefel. Die dritte Kapsel befand sich in einer Dose mit Hautcreme in Görings Gepäck, auf die Göring durch einen amerikanischen Offizier, dessen Vertrauen er zu diesem Zweck gewinnen konnte, Zugriff hatte.

Görings Leiche wurde eingeäschert und in einen Seitenarm der Isar, den Konventsbach, gestreut.

Zitate

  • „Wer bei mir Jude ist, bestimme ich“ so der unverkürzte Ausspruch, mit dem Göring den als Halbjuden denunzierten Martin Wronsky als Direktor der Lufthansa 1933 im Amt beließ.<ref>Gerd Ueberschär (Hrsg.): Der Nationalsozialismus vor Gericht.... Frankfurt/M 1999, ISBN 3-596-13589-3, S. 89 (Auch Karl Lueger wird ein ähnliches Zitat zugeschrieben.)</ref> Tatsächlich behielt sich Adolf Hitler 1935 selbst das Ausnahmerecht bei der Einstufung vor.
  • „Früher [...] nannte man das plündern. Das stand dem Betreffenden zu, das wegzunehmen, was man eroberte. Nun, die Formen sind humaner geworden. Ich gedenke trotzdem zu plündern, und zwar ausgiebig.“<ref>BR online, College-Radio: [1], [2] (PDF-Datei)</ref>
  • „Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Rußland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar. Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. (...) Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“ Hermann Göring, 18. April 1946, Nürnberg <ref>G.M. Gilbert, "Nürnberger Tagebuch", Fischer Frankfurt a. M., 1962, S. 270</ref>

Auszeichnungen

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Göring im Ersten Weltkrieg. Als Halsorden trägt er das Pour le Mérite, an der Brust das Eiserne Kreuz, darunter das Flugzeugführerabzeichen.

Aberkennungen

Schriftliche Anweisung in Hitlers politischem Testament vom 29. April 1945:

Ich stosse vor meinem Tode den früheren Reichsmarschall Hermann Göring aus der Partei aus und entziehe ihm alle Rechte, die sich aus dem Erlass vom 29. Juni 1941 sowie aus meiner Reichstagserklärung vom 1. September 1939 ergeben könnten.“<ref>NS-Archiv - Dokumente zum Nationalsozialismus: Adolf Hitler: Politisches Testament 1945. S. 7, Stand: 07.01.2007</ref>

Sonstiges

  • Zur Erforschung von Görings Vorfahren wurden u.a. zahlreiche Kirchenbücher in Mittelfranken verkartet. Resultat ist u. a. das im Stadtarchiv Ansbach verwahrte Brenner-Archiv.
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Turm der blauen Pferde von Franz Marc
  • Teile von Görings Weinsammlung sind seit dem Ende des zweiten Weltkrieges in der moldawischen Kellerei Cricova gelagert.
  • Göring war ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Nachdem die Nazis mehrere expressionistische Gemälde aus deutschen Museen konfisziert hatten, eignete Göring sich das Gemälde Der Turm der blauen Pferde an, welches als das wichtigste Werk des deutschen Expressionisten Franz Marc gilt. Weitere Gemälde in der Sammlung waren das Porträt des Dr. Gachet, der Garten von Daubigny von Vincent van Gogh und eine Brückenlandschaft Paul Cézannes. Viele Schätze aus seiner Kunstsammlung für Carinhall wie z. B. Reinhold Felderhoffs Bronze-Standbild Diana von 1910, ein Duplikat steht heute in einem Spandauer Park, soll er allerdings halbwegs korrekt bezahlt haben.
  • Wie in einem Propagandafilm des NS-Regimes zu sehen ist, hielt sich Hermann Göring ein sehr ungewöhnliches Haustier, nämlich einen zahmen Löwen mit Namen Cäsar.
  • Bei dem IQ-Test im Nürnberger Prozess hat man bei Göring einen IQ von 138 festgestellt.
  • Aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit und Fördermitteln des Landes Brandenburg wurden 2002 Gedenksteine für das frühere Anwesen Görings „Carinhall“ bei Klein Dölln in der Schorfheide finanziell gefördert, wie die Landesregierung einräumen musste.<ref>Märkische Oderzeitung: Irrtümlich Gedenkstein für früheres Anwesen Görings gefördert. vom 12.11.2006, Stand: 07.01.2007</ref>
  • 1974 ließ der Freistaat Bayern den Nachlass Görings versteigern.<ref>[3]</ref> Dieser Vorgang wurde von den ostdeutschen Dokumentarfilmern Walter Heynowski und Gerhard Scheumann in ihrem Kurzfilm "Meiers Nachlaß" problematisiert.<ref>[4]</ref>

Verfilmungen

Görings Leben und vor allem seine Karriere wurden in der dreiteiligen Dokumentationsreihe Göring – Eine Karriere dargestellt.

Quellenangaben

<references />

Literatur

  • Joachim C. Fest: Hermann Göring. Der zweite Mann in ders.: Das Gesicht des Dritten Reiches. Profile einer totalitären Herrschaft (11. Auflage). Piper, München und Zürich 1993, ISBN 3-492-11842-9, S. 103-119
  • Heinrich Fraenkel/Roger Manvell: Hermann Göring. Verlag für Literatur und Zeitgeschehen, Hannover, 1964
  • Andreas Gautschi: Der Reichsjägermeister. Fakten und Legenden um Hermann Göring (3. Auflage). Nimrod, Hanstedt 2000, ISBN 3-927848-20-4
  • Andreas Kittler: Hermann Görings Carinhall: der Waldhof in der Schorfheide, Druffel-Verlag Berg 1993, ISBN 3-8061-1120-0
  • Guido Knopp: Göring, Eine Karriere, ISBN 3-570-00891-6
  • Robert Wistrich: Wer war wer im Dritten Reich (wesentliche Teile des Artikels paraphrasieren diesen Text)
  • Dieter Wunderlich: Göring und Goebbels. Eine Doppelbiografie. Pustet, Regensburg 2002, ISBN 3-7917-1787-1

Siehe auch

Weblinks

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