Judentum und Israel
haGalil onLine - http://www.hagalil.com
     

 

Jüdisches Denken verstehen

Israel:
Ein Volk, ein Herz

In diesen Tagen begehen wir den Geburtstag des jüdischen Staates am Hej beIjjar 5708 bzw. am 14.Mai 1948.
Sechzig Jahre sind seit dem Tag vergangen, an dem David Ben Gurion die Vereinten Nationen dazu aufrief, "dem jüdischen Volk beim Aufbau seines Staates eine Hand zu reichen, und den Staat Israel in die Völkerfamilie aufzunehmen“ (aus der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel), doch scheinbar haben wir es immer noch nicht geschafft, hier auf der Basis von Nächstenliebe ein echtes geistiges, spirituelles Zuhause aufzubauen.


Es sind nunmehr fast sechzig Jahre vergangen, und dennoch fällt es uns immer noch schwer, für uns selbst zu definieren, was es bedeutet, "Israel“ zu sein. Sogar mehr als das, wenn wir offenen Auges auf die Realität blicken werden wir entdecken, dass wir keine deutliche Vorstellung davon haben, wer wir sind und nicht einmal, wer wir sein wollen.

Die Falafelkugeln und den Humus, den wir so sehr lieben, haben wir dankbar von unseren Cousins (den Arabern) übernommen; ein großer Teil unserer Gesetze stammt aus dem britischen Mandat, und sogar die berühmte "Idiotenmütze“ (Kowa Tembel) schaffte es nicht, sich in allen Reihen des Volkes beliebt zu machen und schwand dahin.
Und so sucht tatsächlich ein ganzes Volk nach Sinn, versucht, eine Identität ausfindig zu machen.
Offenbar werden wir erst, nachdem wir den wahren, inneren Sinn der Entstehung des jüdischen Staates erkennen, unser Leben als Einzelne und als Nation ändern können.

Am Vorabend des Unabhängigkeitstages haben wir beschlossen, uns die Frage zu stellen: was bedeutet es, Isra-El zu sein?

Die Geschichte der Menschheit in Kurzform

Jedes Land auf der Welt verfügt über einen einzigartigen Charakter, der seine Kultur, seine Erziehung und die gemeinsamen Werte der Bürger prägt. Hier in Israel haben wir aber trotz aller Versuche, uns Lebensweisen anzugewöhnen, die in allen möglichen Ländern der Welt Erfolg hatten, immernoch nicht den für uns passenden Weg gefunden, und die Schwierigkeiten dabei werden von Tag zu Tag nur größer.
Die Kabbalah lehrt uns, dass es für das Volk Israel einen besonderen Weg gibt, und dass uns die Umstände unseres heutigen Lebens dazu zwingen, ihn zu beschreiten. Um zu begreifen, worin
dieser Weg besteht, und um seine Ursachen nachzuverfolgen, müssen wir ein paar Jahrtausende in der Zeit zurückgehen. Damals konzentrierte sich die Menschheit im antiken Babylon und lebte wie eine große Familie.

So war es bis zum Beginn der großen Krise in deren Folge in den Menschen der Egoismus immer stärker wurde, bis er zur wichtigsten treibenden Kraft wurde. Jeder sorgte sich mehr und mehr nur um sich selbst. Als Folge davon hörten die Menschen auf, einander zu fühlen und zu verstehen, und schließlich begannen sie auch Gefallen an der Ausbeutung des Nächsten finden. Als letztendlich alle der egoistischen Jagd nach persönlichen Vorteilen verfallen waren und einander zu hassen begannen, stellte sich ein enziger Mensch gegen den Strom – sein Name war Abraham.
Abraham wollte sich mit dieser Erscheinung nicht abfinden und suchte zu verstehen, warum das Ego so plötzlich ausbrach. Er begann, sich selbst und die ihn umgebende Welt zu erforschen. Im Verlauf seiner inneren Suche wurde ihm klar, dass wenn die Menschen es schaffen, sich über das wachsende Ego hinwegzusetzen und untereinander Liebe walten zu lassen, sich zwischen ihnen eine höhere Dimension der Natur auftun wird, eine spirituelle, verborgene Dimension, in der sie ein Gefühl von Vollkommenheit und Ewigkeit erleben werden. Abraham entwickelte eine Methodik, die das ermöglichte, und benannte sie Weisheit oder Wissenschaft der Kabbalah – eine Wissenschaft, die der Menschen lehrt, richtig zu empfangen (Kabbalah - Empfang von lekabel – empfangen), damit er in einer unendlichen Empfindung von Genuss leben kann.
Nachdem Abraham die Methodik entwickelte, begann er, sie an alle zu verbreiten, die bereit waren zuzuhören. Diejenigen, die seiner Methodik folgten und nach spirituellen Grundsätzen von Menschliebe lebten, wurden zu einer Gruppe von Kabbalisten, die wuchs und unter den Völkern den Namen “Volk Israel” erlangte.

Der Rest der Menschheit, der in die Herrschaft des Egos überging, teilte sich als Folge davon in "siebzig Völker“ auf und begann einen Prozess, an dessen Höhepunkt wir heute angelangt sind. Nach vielen Generationen spalteten sich die "siebzig Völker“ in eine Vielzahl von Völkern auf, von denen jedes über Eigenarten und besondere Eigenschaften verfügt.

Big Bang

Der Ausbruch des Egos, der sich im antiken Babylon ereignete, war nur der erste in einer langen Reihe, die die Menschheitsgeschichte begleiten sollte. Jeder weitere Ausbruch führte zur Weiterentwicklung sowohl des Volkes Israel als auch der übrigen Völker der Welt. Jedes Mal, wenn das Ego sprungartig anwuchs, konnte sich Israel darüber durch Liebe und Solidarität erheben. Der Rest der Menschheit dagegen ergab sich dem größer werdenden Ego, wurde durch eine Welle aufregender Ereignisse hinweggetragen und suchte nach immer neuen Wegen zur immer effizienteren Befriedigung egoistischer Bedürfnisse. Diese Entwicklung geht bis in die heutige Zeit, sie ist Grundlage der heutigen Regierungsformen und bestimmt Kultur, Wirtschaft, Erziehung...

Wie gesagt bildete seit dem Augenblick der Etablierung Israels als Volk die Nächstenliebe die eigentliche Grundlage und solange wir klug genug waren, auf Liebe und Solidarität in Israel zu achten, hatten wir spirituell und physisch Erfolg. In der Zeit des Ersten Tempels gelangten wir zum Höhepunkt unserer Blüte. Als aber auch bei uns dem Egoismus immer mehr Raum gegeben wurde, verkümmerte die gemeinsame Grundlage und Statusdenken und sinnloser Hass breiteten sich aus.
Das spirituell Erreichte ging immer mehr verloren. Als Folge davon wurde Israel zerstört und wir gingen ins Exil, das nunmehr zwei Jahrtausende andauert.
Im Laufe des langen Exils vergaßen wir die Wissenschaft darüber, wie man sich über die Herrschaft des Egoismus überwinden kann. Wir wurden selbst zu einem egoistischen Volk. Nur einige wenige, ganz besondere Seelen, denen eine besondere Aufgabe in der Entwicklung unseres Volkes zukam, widmeten sich auch weiterhin der antiken Wissenschaft Abrahams und fuhren damit fort, sie im Geheimen zu entwickeln. Dies waren die großen Kabbalisten, die sich weiterhin an den Weg von Abraham hielten und in jeder Generation im Verborgenen tätig waren.
Sie bereiteten für uns den Boden für die Zeit, wenn wir uns entschließen, zum spirituellen Leben auf Basis der Bruderliebe zurückzukehren und uns nach einer Methode sehnen werden, die uns das ermöglicht.

Wird fortgesetzt....

Teil 1 - Kabalah und die Befreiung vom Egoismus:
Befreiung aus der Sklaverei
Der größte Feind des Menschen ist sein eigener "Egoismus". Um uns vor dieser Sklaverei zu retten, sind wir auf die Hilfe G'ttes angewiesen. Deshalb die Bitte an G'tt um Befreiung, die er beantwortet, in dem er das egoistische "Herz aus Stein" durch das spirituelle "Herz des Lebens" ersetzt...

Kabbala HEUTE - www.ari-bildung.de - Sonderausgabe zum Unabhängigkeitstag 2008

Täglich wird Kabbalahunterricht live über www.kab.tv und in 22 Sprachen angeboten. Alle Übertragungen und Texte sind kostenlos www.kabbalah.info.

Auf Deutsch
jetzt neu: - Kabbala Heute www.ari-bildung.de/zeitung.
Kostenloser interaktiver Online-Kurs www.kabbalahlernzentrum.info.

Wir nennen uns Sabres, nach dem Namen der Kaktusfeige: mit essbaren Früchten: süß und wonnig in der Mitte, aber mit einer harten Schale mit scharfen Stacheln versehen. Doch wer sind wir, die Sabres, die "im Lande geborenen" Israelis? Wo sind unsere Wurzeln? Liegen sie bei den Griechen mit ihrem Mittelmeertemperament? Sind jene authentisch, die sich einen polnischen Einschlag bewahrt haben? Sind es die dunkelhäutigen Jemeniter, die stolzen Rumänen? Die Menschen sind unterschiedlich, auch die Sabres. Doch in einem ähneln wir uns: Wir haben noch alle unsere Stacheln. Erst wenn wir es schaffen, in uns Nächstenliebe zu finden, werden wir harmonisch miteinander leben können. Erst dann wird der Frieden kommen, über uns und die ganze Welt: "Jawo Schalom alejnu veal kulam".

"Solange wir unser Ziel nicht über das physische Leben erheben, werden wir keinen physischen Aufstieg erleben, denn wir sind Söhne des Ideals"
(Baal Sulam, im Artikel "Friede in der Welt")

hagalil.com 05-05-2005

 



DE-Titel
US-Titel

Jüdische Weisheit
Fragen an die Rebbezin...


Werben in haGalil?
Ihre Anzeige hier!

Advertize in haGalil?
Your Ad here!

haGalil.com ist kostenlos! Trotzdem: haGalil kostet Geld!

Die bei haGalil onLine und den angeschlossenen Domains veröffentlichten Texte spiegeln Meinungen und Kenntnisstand der jeweiligen Autoren.
Sie geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber bzw. der Gesamtredaktion wieder.
haGalil onLine

[Impressum]
Kontakt: hagalil@hagalil.com
haGalil - Postfach 900504 - D-81505 München

1995-2006 © haGalil onLine® bzw. den angeg. Rechteinhabern
Munich - Tel Aviv - All Rights Reserved