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[Chag
haSchawu'oth - Wochenfest]
 
Sfirath haOmer
Bina wirft einen Blick in
den Kalender. "Heute Abend wird es die fünfzigste Nacht sein, seit wir
mit dem Omer-Zählen begonnen haben. Hast du täglich gezählt?"
"Selbstverständlich! ", Beni scheint fast beleidigt.
"Am Erew Schawuot beenden wir die Sefirat
haOmer, das Omer-Zählen. Wir haben neunundvierzig Tage - sieben volle
Wochen -gezählt, vom zweiten Tag Pesach bis Seman Matan Toratenu, dem
Zeitpunkt, als wir fünfzig Tage später die Tora erhielten. Jede Nacht,
als ich zählte, habe ich auch eine Beracha gesagt!"
"Weisst du noch, was Schtej Halechem sind?"
"Sicher! Lechem heisst Brot. Die Schtej Halechem sind zwei Brotlaibe,
hergestellt aus Mehl von der neuen Weizenernte. Sie wurden als Opfer am
Schawuot ins Bet Hamikdasch gebracht, und die Kohanim durften sie
essen." Bina lächelt. "Chagai hätte bestimmt mit Freude die Krumen
aufgepickt!"
"Bina, was machst du da?" Beni schaut seiner
Schwester zu. "Ich stelle ein Bikurim Körbchen zusammen." "Aber heute
gibt es doch keine Bikurim mehr! Bikurim brachte man nur in Erez Jisrael
und nur zur Zeit, des Bet haMikdasch. Bikurim sind die ersten reifen
Früchte der Schiwat haMinim der sieben besonderen Früchte, mit denen
Erez Jisrael ausgezeichnet wurde,
- Weizen
- Gerste
- Trauben
- Feigen
- Granatäpfel
- Oliven
- Datteln
Das Volk brachte sie ins Bet Hamikdasch in
Jeruschalajim." "Ich weiss, Beni, dass dies hier keine echten Bikurim
sind. Ich will damit nur den Tisch für Schawuot dekorieren. Ich wollte,
wir könnten richtige Erstlingsfrüchte nach Jeruschalajim bringen!" "Ich
auch", seufzt Chagai. "Das Gebot der Bikurim war eine sehr spezielle
Mizwa ...!"
Das ganze Jahr hindurch beteten die
Landwirte im Land Israel, dass ihr Getreide, ihre Weinberge und ihre
Felder gedeihen mögen. Nun waren die ersten Früchte reif und bereit.
Sobald ein Bauer das erste Anzeichen einer neuen Frucht in seinem Feld
oder seinem Weinberg sah, band er einen Halm, einen Faden oder ein Band
um den Sprössling und sagte, "Diese Frucht sei für Bikurim bestimmt."
Wenn dann der Zeitpunkt für die Reise nach Jeruschalajim kam, die Ernte
in der Zwischenzeit reif war, pflückte der Bauer die bezeichneten
Früchte und legte sie in einen Korb. Ärmere Leute flochten und
verzierten die Strohkörbe; die Reichen brachten Körbe aus Silber und
Gold.
Auf dem Weg nach Jeruschalajim warteten in
jeder Stadt weitere Juden, um sich dem Festzug anzuschliessen. Ein Stier
mit goldbemalten Hörnern und einem Kranz aus Olivenblättern um sein
Haupt lief vor der Menge her. Die Luft war erfüllt vom Klang der Flöten
und dem Gesang der Juden, die über die Hügel wanderten und ihre Bikurim
hinauf nach Jeruschalajim trugen. Tausende von Menschen schlängelten
sich durch die Strassen zum Bet haMikdasch. Als sie beim Har haBajith,
dem Tempelberg, ankamen, stellte jeder, sogar der König, seinen
Bikurim-Korb auf die Schulter und marschierte zum heiligen Tempel. Dort
übergab einer nach dem andern seinen Korb einem Kohen und verkündete:
G-tt führte uns aus Ägypten hinaus ... Er
brachte uns zu diesem Ort und gab uns dieses Land, ein Land, in dem
Milch und Honig fliesst. Und nun habe ich die ersten Früchte des Landes
gebracht, das G-tt mir gegeben hat...
 
   
    
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