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Aus dem
Wochenabschnitt |
In den drei Wochen der
Trauer:
Paraschath Dewarim
(Dewarim 1.1 - 3.22)
Während sich die vierzigjährige
Wüstenwanderung ihrem Ende nähert, steht Moscheh unser Lehrer vor der neu
herangewachsenden Generation und hält einen Rückblick.
Vor dem Einzug in's versprochene Land betont und erläutert er Notwendigkeit
und Methodik der Rechtsprechung.
..."Ejkhah easeh lewadi Torchakhem uMasaekhem
veRiwkhem? Hawu lakhem Anaschin chachamim unewonim"...
Wie soll ich allein ertragen eure Torchakhem - Bürde und eure
Masaekhem - Last und euren Riwkhem - Streit? Bringt Leute, weise und
verständig und anerkannt, nach euren Stämmen, dass ich sie Stelle an euer
Haupt".
In "Drei Minuten Ewigkeit" erläutert uns
Dr. Zwi Braun:

"Wie (Ejkhah) kann ich
allein eure Bürde und eure Last
und eure Streitsachen tragen."
(Dew. 1,12)
Rabbiner Dr. D. Hoffmann analysiert die
Begriffe: "Torchachen" dürfte wohl die Bürde der Verwaltung bedeuten oder
der Mittlerschaft zwischen dem Volk und G"tt, "Masachen" ist die Last der
Führung und der Versorgung. Jetzt galt es hauptsächlich, die Rechtspflege
(die Schlichtung der Streitigkeiten Riwkhem) von Mosches Schultern zu nehmen
und ihm Mithelfer zu verschaffen."
"Die Urheber der Streitsachen bezeichnet
Rabbi Schimon Aschenburg in seinem Kommentar "Dewek tov" trefflich als
"Zänker". Zweifelsohne standen eine gewisse Streitsucht und Zankeslust
hinter all diesen Moscheh ermüdenden Auseinandersetzungen.
Das Wort "Echa" kommt in der Torah nur an
dieser Stelle vor. Von diesem "Echa" führt eine direkte Linie zu dem "Echa"
des Trauerliedes, welches am Tischa beAw, der immer in die Woche nach
Paraschat Dewarim fällt, erklingt.

"Wie (Ejkhah) einsam sitzt
die Stadt, die volkreiche,
einer Witwe gleich geworden ist die Herrin über Völker!...."
(Klagelied / Echa 1,1).
"Eure Streitsachen", ein Hauptübel,
welches zusammen mit "Sinat Chinam",
grundlosem Haß, den Untergang des
zweiten Tempels und des damaligen jüdischen Staates herbeigeführt
hat. In der Pharmakologie kennt man den Begriff des Antidots, des
Gegenmittels, das man bei Vergiftung durch ein Medikament einsetzen kann, um
den Schaden zu begrenzen und zu neutralisieren. Gibt es ein Antidot für
grundlosen Haß?
Rabbi Awraham J. Kook hat diese Frage
bejaht: "Ahawath Hinam",
unaufgefordert Liebe erweisen, Gutes tun ohne eine Gegenleistung dafür zu
erwarten, dies bringt uns der Ge'ulah, der Erlösung näher. "Groß ist Zedaka,
denn sie bringt die Erlösung näher" Baba Batra 10a.
Tagtäglich geschehen in Israel unzählige
Akte von Chessed und Zedaka. Die Bemühungen der israelischen Bevölkerung,
den äthiopischen und russischen Neueinwanderern bei der Integration in die
Gesellschaft behilflich zu sein, Bemühungen, die sich meist Abseits von
Schlagzeilen und des Scheinwerferlichts der Presse abspielen, sind ein
lebendiges Beispiel für "Ahawath Chinam"...

Aktuelle Betrachtungen zum Wochenabscbnitt und zu den jüdischen
Feiertagen:
3 MINUTEN EWIGKEIT
von Dr. Zwi Braun
MORASCHA - sFr. 42.-...
Quellen:
TaNaKh in der Übersetzung von
Zunz, Goldschmidt 1968
Rabb. Samson Raphael Hirsch: Sprüche der Väter - Pirke Awot,
Morascha 1994
Die Gesetze jüdischer Ethik, von einem Meister in's
Deutsche übersetzt und erklärt. Hebräischer Text mit Übersetzung und
Erklärung in deutscher Sprache, 125 Seiten 19.- (SFr)
/ Basel Aw 5754.
haRaw Adin Steinsaltz: Persönlichkeiten aus dem
Talmud,
Morascha
1993
Zu den Rabanim von Mischna und Gemara - 180 Seiten 29.-
(SFr)
Dr. M. Braunschweiger: Die Lehrer der Mischna,
Morascha 1993
Biographien der grossen Talmudgelehrten (Tannaim), 380 Seiten 35.-
(SFr)
Dr. Heinrich Graetz: Volkstümliche Geschichte der Juden, I,
O-Leiner 1914
Gilbert und Lilly Klapermann: Geschichte des jüdischen Volkes,
I,
Morascha
1958 Feldheim, Schulbuch auf traditioneller jüdischer
Grundlage mit vielen Karten, Bildern und Fragen.
Band I: 220 S. / Band II: 300 S. / pro Band 29.- / im Set 50.-
(SFr)
Rabbi Joseph Telushkin: Jewish Literacy,
Morrow NYC
1991
Haim Hillel Ben-Sasson: Die Geschichte des jüdischen Volkes,
Dvir 1969 / CH-Beck 1978
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