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[buecher.judentum.de]
Zur Zeit findet in Jerusalem die alljährliche 'Internationale
Buchmesse' statt. Unter den Ausstellern befinden sich über 1000 Verlage aus
beinahe 60 Ländern. Über 1 Million Neuerscheinungen werden dem Publikum
präsentiert.
Z.B.: Dr. Meir Ze'elim
YIDDISHLAND
ISBN 965-7012-21-X
ersch. b. I.L. Perez Verlag
Brenerstr. 14, Tel-Aviv, Israel 1999 |
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Eine Diskussion bei der Jerusalemer Buchmesse:
Die Rolle der Medien im Friedensprozess
Unter dem Titel "The Role of the Media in the Middle East Peace
Process" fand am 24.Juni 1999 zum Abschluß der Jerusalemer Buchmesse eine
vom "Deutschland"-Magazin und dem Bundespresseamt veranstaltete Diskussion
mit einem internationalen Journalisten-Podium statt. July Dempsy (Financial
Times), Ghassan Khatib (Palestine Report - East Jerusalem), Daniel
Rubinstein (Ha´Aretz - Tel Aviv) und Dr.Jörg Bremer (FAZ) diskutierten unter
der Moderation der ZEIT-Korrespondentin Gisela Dachs über ihre Situation als
Nachrichtenübermittler, Beobachter und Reporter in einer Region mit zwei
völlig verschiedenen Welten.
Mit dem Beginn des Friedensprozesses 1993 wuchs das Interesse der
ausländischen Medien und Scharen von Korrepondenten haben seither die
Aufgabe den "Friedensprozeß zu covern". Das ist allerdings leichter gesagt
als getan. Mittlerweile gehen alle Korrespondenten eher daran bei ihren
Lesern Verständnis zu wecken durch die Präsentation der verschiedensten
Themen und Gesellschaftsgruppen auf beiden Seiten. Nach den Gipfeln, als das
Gezanke losging, welche Gebiete nun von Area B (palästinensische Verwaltung,
israelische Sicherheitskräfte) in Area A (auschließlich Palästinenser),
hätte das auch für die Berichterstattung nicht viel gebracht. So wurde
endlich den Gesellschaften mehr Raum gewidmet. Auch wenn sie Leitartikel
schreiben können, halten sich die Korrespondenten bedeckt, da eben auch
alles etwas komplizierter ist, als man das aus der Ferne je wird verstehen
können.
Ähnliches gilt für die "einheimische Presse" die am Anfang nicht
so sehr aneinander interessiert waren, angefangen von den Lesern bis zu den
Politikern. Doch das hat sich extrem gewandelt und es kann einem schon
passieren, daß einem ein palästinensischer Minister nach der Wahl eine
genaue Analyse bringt, mit der genauen Kenntnis der israelischen Parteien,
ihrer Forderungen und Köpfe.
Gute Zusammenarbeit der israelischen und palästinensischen
Profis
Medien werden immer wieder von den Regierungen ausgenutzt, um
Botschaften zu transportieren und anzustacheln. Man weiß dabei als
Journalist nicht immer, ob dies nun Taktik ist, oder die wahre Zielrichtung.
Als ein Meister dieses Spiel galt der ehemalige Ministerpräsident Netanjahu,
der schon mal in Why beim Gipfeltreffen alle ihre Koffer packen ließ, um
etwas Druck zu machen. Gerade in Why hat es sich jedoch gezeigt, daß die
Journalisten beider Lager sich mittlerweile gut kennen und zusammenarbeiten,
vor allem wenn es darum geht festzustellen, ob das jeweilige Lager wieder
mal eine Ente produziert hat.
Den anderen verstehen
Palätinensische Zeitungen bringen jeden Tag mehrere Seiten von
Übersetzungen aus hebräischen Zeitungen jeder Couleur, um ihren Lesern den
Standpunkt des Gegenüber zu verdeutlichen. In hebräischen Medien kann man
dagegen nur in Ha´Aretz etwa einmal pro Monat einen Artikel eines Jordaniers
lesen. So bekommen Israelis natürlich keinen tieferen Einblick in die
palästinensischen Medien und deren Zielrichtung. Das hängt ntürlich mit dem
Interesse füreinander zusammen, und der Tatsache, daß die Palästinenser von
Israel abhängig sind, aber einen Israeli in Tel Aviv kaum interessiert, was
in Ost-Jerusalem gedacht wird.
Sprache als Kampf
Im Verlauf der Diskussion wurden allein die unzähligen
Sprachschwierigkeiten wenigstens im Ansatz klar. Die israelischen und
palästinensischen Medien bezeichnen viele Sachen sehr unterschiedlich.
Angefangen bei Yasser Arafat, den die Israelis auschließlich als Chairman
bezeichnen, während es bei den Palästinensern natürlich President Arafat
heißt. Die Korrespondenten stehen da natürlich in der Mitte. Schwieriger
wird es dann schon bei der Bezeichnung der Westbank, Jerusalems (Ost- oder
West- oder nur Jerusalem?) oder Regierungsstellen .... Früher war es in
Israel zum Beispiel nicht üblich Palästina zu schreiben - es wurde von der
"arabischen Regierung in Gaza" berichtet. Heute fragen die
Korrespondenten ihre Gesprächspartner, wie sie bezeichnet werden wollen. Was
ist denn ein Israeli, in dessen Paß bei Nationalität "Araber" steht? Araber
mit israelischem Paß? Arabischer Israeli? Palästinenser mit israelischem
Paß? Keine einfache Frage, die auch von den Leuten ganz unterschiedlich
beantwortet wird.
Veranstaltungen dieser Art sind sehr zu begrüßen, da der gemeine
Leser so mehr erfährt über die Arbeit der Journalisten, die sich den Kopf
darüber zerbrechen ob sie auch wirklich alles überprüft zu haben. Die
Verantwortung der Medien ....
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