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Amnon Kapeliuk:
"Rabin: Ein politischer Mord"
Es sind bereits mehrere Bücher über den
entsetzlichen Mord an meinem Mann erschienen. Aber nur das Buch von Amnon
Kapeliuk deckt anhand eindringlicher Analysen alle relevanten Hintergründe
auf; es gibt überzeugende Antworten auf die vielen offenen Fragen. Kapeliuks
Buch ist ein erschütterndes Dokument.
Aus dem Vorwort von Lea Rabin
Am 4. November 1995 wurde der israelische
Ministerpräsident Yitzhak Rabin ermordet. Amnon Kapeliuk untersucht erstmals
umfassend die Hintergründe und Folgen des Attentats. Spannend rekonstruiert
er die Vorgeschichte und beschreibt detailliert das rechte, nationalistische
Umfeld des Mörders Yigal Amir.
Faktenreich
analysiert er die Organisationsstrukturen und Aktivitäten der verschiedenen
rechten Gruppierungen. Durch den Zugang zu Insiderinformationen enthüllt
Kapeliuk auch die Pannen des israelischen Inlandsgeheimdienstes bei der
Ermordung Rabins.
Entsprechend
der Spaltung der israelischen Gesellschaft in ein
säkular-friedensorientiertes beziehungsweise religiös-nationalistisches
Lager sieht Kapeliuk Israel heute am politischen Scheideweg: Im Interesse
der eigenen Zukunft muß sich das Land für eine Fortsetzung des mit dem
Abkommen von Oslo eingeleiten Friedensprozesses entscheiden.
Amnon Kapeliuk gilt als ausgewiesener Kenner (Die Zeit)
Israels und des israelisch-palästinensischen Konflikts. Er wurde 1940 in
Jerusalem geboren und studierte an der dortigen Hebräischen Universität
Arabisch sowie arabische Geschichte und Literatur. Seit Ende der sechziger
Jahre ist er Israel-Korrespondent von "Le Monde" und "Le Monde
Diplomatique"; zudem schreibt er für "Yediot Achronot", die größte
israelische Tageszeitung. Er ist Autor mehrerer Bücher zum
israelisch-palästinensischen Konflikt.
Amnon
Kapeliuk,
Rabin: Ein politischer Mord.
Nationalismus und rechte Gewalt in
Israel.
Vorwort von Lea Rabin
Euro 8,90
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Der gewaltsame Tod des Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin
war ein Einschnitt in die Geschichte des Staates Israel. Nicht nur, daß
erstmals ein Politiker einem Attentäter zum Opfer fiel, auch weltpolitisch
bedeutete Rabins Ableben eine tiefgehende Veränderung.
Der mühsam eingeleitete
Aussöhnungsprozeß mit den Arabern und vor allem den Palästinensern geriet
ins Stocken und ist heute wieder eine unsichere Angelegenheit. Das Attentat
vom 4. November 1995, bei dem der jüdische Radikale Yigal Amir den
weitsichtigen Politiker niederschoß, hatte also nicht nur Folgen für Israel
selbst.
Kapeliuk recherchierte ausführlich die Hintergründe einer Tat, die aber auch
weit mehr war als nur der Anschlag eines einzelnen Verrückten. Zunächst
betrachtet er den Attentäter und findet eine Persönlichkeit, die getrieben
von einer Mischung aus religiösem Fanatismus, Nationalismus und Haß auf
Araber in Rabin einen Gegner Israels sah, den es zu ermorden galt.
Doch - und das ist die eigentliche Tragik - es war auch ein Mord, der
vorhersehbar und damit vermeidbar gewesen wäre. Schon lange hielt die
radikale Rechte Israels Rabin für einen Landesverräter und zog so
Verblendete wie Amir an. Das Buch widmet sich intensiv diesen rechten
Bewegungen und damit dem ideologischen Umfeld Amirs. Hier finden sich
Zusammenhänge auch mit den radikal-religiösen Ideen derjenigen, die Israel
am liebsten als religiös ausgerichteten Staat sehen möchten.
Das, was Kapeliuk hier zusammengetragen hat, ist eine gut recherchierte und
bedrückende Studie, die die Zusammenhänge des Rabin-Attentates und somit die
Bedrohung des sensiblen Staatsgebildes Israel durch nationalistische und
reaktionär-religiöse Kreise zeigt. Doch diese Kreise werden kaum vom Staat
bekämpft - was früher oder später in neuerliche Gewalt münden dürfte.
Besprechung aus der Amazon.de-Redaktion,
Joachim Hohwieler
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