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Suhrkamp:
50 JAHRE ISRAEL
Am 30. April 1998 jährt sich die Gründung des Staates
Israel zum fünfzigsten Mal. Das altneue Land wurde zu einem unabhängigen Staat inmitten
des Krieges, der viele Väter hat und der das Land seit einem halben Jahrhundert ebenso
begleitet wie jene Hoffnung, die nur einen Namen trägt: Shalom, Salam, Frieden. Die
Geschichte des modernen Israel, seine Fortschritte, Rückschläge, seine neu erbauten Orte
wie ersehnten Utopien bezeugen die Wirkungsmächtigkeit des biblischen Israel, des
Zionismus der Jahrhundertwende. Die Geschichte des modernen Israel ist aber auch bestimmt
von der furchtbaren Erfahrung der Shoah, der Schaffung einer eigenen Gesellschaft, der
Selbstbehauptung eines eigenen Staates inmitten von Kriegen, Konflikten, Eroberungen und
Friedensschlüssen.
Die moderne hebräische Literatur ist ebenso wie der Staat
Israel alt und neu zugleich: Ihre Traditionen reichen weit zurück und verbinden sie doch
mit der Moderne. Das Werk des Nobelpreisträgers Samuel J. Agnon
legt die Schnittstellen und Widersprüche dieses Übergangs frei; seine melancholischen
Helden stehen mit einem Bein noch im galizischen Shtetl, mit dem anderen suchen sie Fuß
zu fassen in dem neuen Land. Amos Oz, schon ganz ein Kind dieses
Landes, führt seine Leser mit Im Lande Israel in dessen heutiges Inneres. Samech Yishar berichtet über die inneren wie äußeren
Verwüstungen des israelisch-arabischen Krieges; seine Geschichten von Krieg und Frieden
wurden zum literarischen Gewissen Israels.
Jaakow Shabtai gibt das
unverwechselbare Lokalkolorit von Tel Aviv in neuen literarischen Formen wieder, die an
Joyce und Proust erinnern. Jehoshua Kenaz spürt denen
literarisch nach, die nicht wirklich heimisch werden im neuen Staat.
Die jungen israelischen Autoren schließlich, Lea Aini und Itamar Levy, erkunden literarisches Neuland, das an den alten
Kontinent anschließt. Auch drei neue suhrkamp taschenbücher geben ein anschauliches Bild
des modernen Israel: Ingrid Wiltmann zeichnet in zwölf
Gesprächen Lebensgeschichten aus Israel auf, für die das Jahr 1948 zur Zäsur
wurde. Eine Geschichte in Texten erzählt die von Jakob Hessing
herausgegebene Anthologie: Porträts, Texte, Begebenheiten, Erinnerungen an das vergangene
wie Erfahrungen mit dem gegenwärtigen Israel. Hans Mayers Reisen
nach Jerusalem führten ihn einmal in das Land unmittelbar nach dem Sechs-Tage-Krieg,
ein anderes Mal am Tag der Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Itzhak Rabin im
November 1995, einer Tat, die die politische Gegenwart Israels bis heute prägt.

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