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»... JEDER MENSCH
EINE WELT FÜR SICH«
Amos Oz
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Rechte Politiker wollen klagen
Jerusalem (dpa) - Die geplante Verleihung des Israel-
Preises an den wohl bekanntesten Schriftsteller des Landes, Amos Oz, hat eine scharfe
politische Kontroverse ausgelöst. Der israelische Rundfunk berichtete gestern,
rechtsorientierte Politiker wollten vor Israels Höchstem Gericht gegen die am 30. April,
dem 50. Unabhängigkeitstag, geplante Vergabe des Preises an Oz klagen. Grund sei, daß
der linke Schriftsteller und Friedensaktivist rechtsgerichtete Juden mehrfach scharf
kritisiert habe.
Zvi Hendel, Parlamentsabgeordneter der Nationalreligiösen
Partei, sagte: "Amos Oz mag ein guter Schriftsteller sein. Aber er bezeichnete die
Siedler als ,jüdische Hisbollah` und ,grausame messianische Sekte`. Ich glaube nicht,
daß sich die Jury dies klarmachte, als sie ihre Entscheidung traf." Oz sagte darauf,
er sei darüber bestürzt, daß sich die Nationalreligiöse Partei plötzlich mit
rechtsextremen jüdischen Bewegungen identifiziere. Diese seien es gewesen, auf die seine
Kritik abgezielt habe.
»Viele sind gegen ihn,
und das spricht für Amos Os. Er ist ein großartiger Träger des Friedenspreises des
Deutschen Buchhandels.«
Frank Schirrmacher, FAZ, anläßlich der Verleihung des Friedenspreises
BERICHT ZUR LAGE DES STAATES ISRAEL
st 2192. 78 S.
Die beiden Texte dieses Bandes aus den Jahren 1990 und 1991 (Brief aus Arad; Bericht
zur Lage des Staates Israel ) heben sowohl die schriftstellerischen Leistungen als
auch das politische Engagement des Autors gleichermaßen hervor. Sie machen aber zugleich
deutlich, daß er zwischen beiden strikt unterscheidet.
BLACK BOX
Roman
st 1898. 342 S.
Amos Oz klärt die Absturzursachen einer Ehe auf: Der international renommierte Gelehrte
Alexander Gideon korrespondiert abwechselnd mit seiner geschiedenen Frau Ilana, seinem
alten Mentor und Anwalt Sackheim, seinem ungebärdigen Sohn Boas und Michael Somo, Ilanas
zweitem Mann. Während gerade Boas sich zu einem hoffnungsvollen Neuling in dieser
leidvollen Welt entwickelt, entziffern seine Eltern noch die Black Box, den Flugschreiber
ihrer abgestürzten Träume.

DEM TOD ENTGEGEN
Zwei Erzählungen
173 S. Geb. / seit 02-99 auch als Taschenbuch
In der ersten Erzählung Kreuzzug erzählt Amos Oz die Geschichte des Grafen
Guillome de Touron, der im Jahre 1096 mit einem buntgemischten Troß aufbricht, Jerusalem
zu erobern. Doch der Kreuzzug scheitert: an Eis und Sturm und dem Fanatismus der
Kreuzfahrer selbst.
Späte Liebe ist der innere Monolog eines alt gewordenen Redners für die sozialistische
Bewegung im Israel der siebziger Jahre. In seiner Vision werden in Rußland ständig
Komplotte zur Vernichtung Israels geschmiedet. Auch er muß an seinem Fanatismus
scheitern.
Beide Erzählungen haben ein gemeinsames Thema: die Vorstellung vom
anderen als des absolut Bösen zerbricht diejenigen, die sich von dieser Vorstellung
beherrschen lassen. Amos Oz zeigt sich hier erneut als meisterhafter Schilderer
menschlicher Verhaltensweisen.
DER DRITTE
Roman
st 2331. 366 S.
Die Ereignisse einer Woche in Jerusalem machen dem liebenswerten Polit-Neurotiker Efraim
Nissan, genannt Fima, bewußt, daß innerer wie äußerer Friede eines dritten Zustandes
bedarf, der politisches Bewußtsein und private Träume gelassen vereint.
DER PERFEKTE FRIEDEN
Roman
st 1747. 480 S.
Amos Oz erzählt mit philosophischem Humor die Geschichte von Jonatan Lifschitz, einem
jungen Mann, Mitte Zwanzig, glücklich verheiratet, der, wie es scheint, keine Sorgen hat
und den man schätzt. Und doch: »Im Winter 1965 beschloß Jonatan Lifschitz, seine Frau
und den Kibbuz zu verlassen, in dem er geboren und aufgewachsen war. Sein Entschluß stand
fest: Er würde weggehen, um ein neues Leben zu beginnen.«
EINE FRAU ERKENNEN
Roman
st 2206. 319 S.
Dieser Roman legt eine Zuordnung zur Gattung des Spionageromans nahe: Sein Hauptakteur ist
der 57jährige Joel Ravid, Ex-Agent des israelischen Geheimdienstes. Der »wandelnde
Lügendetektor« faßt nach dem Tod seiner Frau den Entschluß, sich ganz zurückzuziehen
doch ein ruhiges, idyllisches Leben will nicht gelingen.
MEIN MICHAEL
Roman
st 1589. 254 S.
Hannah Gonzen, 30 Jahre alt, trennt sich nach zehn Jahren Ehe von ihrem Mann. Sie hatte
ihn als Studentin kennengelernt, sich verliebt, ihr Studium aufgegeben, Mann und Kind
ernährt. Jetzt resümiert sie, vergegenwärtigt sich noch einmal die Stationen dieser
Ehe: »Ich schreibe dies nieder, weil Menschen, die ich geliebt habe, gestorben sind. Ich
schreibe dies nieder, weil ich als junges Mädchen erfüllt war von der Kraft der Liebe
und diese Kraft der Liebe nun stirbt. Ich will nicht sterben.«
NENN DIE NACHT NICHT NACHT
Roman
239 S. Geb.
st 2736. 244 S.
Tel Kedar, eine Kleinstadt am Rande der Negev-Wüste, glanzlose und typische israelische
Provinz, in der die Einwohner ein eher beschauliches Dasein führen. Doch im Mai kommt der
offenbar drogenabhängige siebzehnjährige Immanuel Orvieto unter ungeklärten Umständen
ums Leben.
SEHNSUCHT
Drei Erzählungen
st 2627. 254 S.
Drei Erzählungen über die Erfahrungen jüdischer Einwanderer, die auf der Flucht vor dem
Holocaust nach Palästina gelangt sind: Der Berg des bösen Rates spielt im Mai
1946 und schildert, wie unterschiedlich mitteleuropäische, bzw. osteuropäische Juden auf
die Situation in Palästina reagieren. In Herr Levi ist es Spätsommer 1947, und
Amos Oz erzählt vom jüdischen Widerstand gegen die englische Verwaltung. Unmittelbar
daran schließt sich Sehnsucht an, die Sehnsucht nach der Vermeidung eines Krieges.
SO FANGEN DIE GESCHICHTEN AN
170 S. Geb.
»Wer hat denn noch nie so vor einem weißen Blatt gesessen, das einen mit zahnlosem Maul
anbleckt: bitte schön, laß mal sehen, ob du das Zeug hast, mich anzurühren.«
Amos Oz forscht nach, warum Schreibende genau diesen einen Satz wählen, um ihren Roman zu
beginnen. So erfahren wir hier nicht nur etwas über andere Autoren, sondern auch über
den Schriftsteller Oz selber, über seine Poetik und seine Lese-ethik.
HERR LEVI
Erzählung
BS 1206. 85 S.
Ein Vorort von Jerusalem, im Jahre 1946, alle jüdischen Einwanderer warten: auf den
Messias oder den Befehlshaber der jüdischen Untergrundarmee und auf die Befreiung
Palästinas von der britischen Mandatsmacht. Mit ihnen wartet der Junge Uriel, der sich
fragt, wer dieser rätselhafte Herr Levi gewesen ist, der nun plötzlich, so will es der
Vater, doch nicht an ihrem Abendbrottisch gesessen haben soll.
DIE HÜGEL DES LIBANON
Politische Essays
es 1876. 208 S.
»Diese Sammlung enthält Essays, Artikel und Reden, die sich hauptsächlich mit dem
Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern beschäftigen; sie sind in einem Zeitraum
von mehr als 25 Jahren entstanden. Eine Reihe von ihnen sind das Ergebnis von Bestürzung,
Scham oder Wut, und zum größten Teil sind sie nicht in ruhiger Verfassung geschrieben
worden.« (Aus dem Vorwort von Amos Oz, 1994)
IM LANDE ISRAEL
st 1066. 200 S.
»Die Reise, die diesem Buch zugrunde liegt, fand im Oktober und November 1982 statt.
Keines der hier angeführten Gespräche wurde auf Tonband festgehalten, meistens wurde das
Gesagte während des Gesprächs niedergeschrieben. Alle hier auftretenden Personen
existieren tatsächlich ... Ich betrachte diese Aufzeichnungen nicht als
»repräsentatives Bild« der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft... Jeder Ort ist
einzigartig, jeder Mensch eine Welt für sich.« (Aus dem Vorwort von Amos Oz, 1983)
»Dieses Buch führt in eindringlicher Weise jene menschlichen Realitäten vor Augen, die
die explosive Situation der israelischen Gesellschaft bewirken.«
New York Times Book Review

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