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Heinrich Heine
Erste literarische Erfolge
Heinrich Heines
erste Gedichte waren bereits im Dezember 1821 in Berlin erschienen. 1823
folgte Trägödien, nebst einem Lyrischen Intermezzo. 1824 erschien die
Sammlung Dreiunddreißig Gedichte, darunter Heines in Deutschland wohl
populärstes Werk: Die Loreley.
Im selben Jahr besuchte er während einer Harzreise den von ihm hoch
verehrten Johann Wolfgang von Goethe in Weimar. Zwei Jahre zuvor hatte er
Goethe seinen ersten Gedichtband mit einer Widmung zugesandt. Der Besuch
verlief für Heine aber eher enttäuschend, da er sich - ganz im Gegensatz zu
seinem Naturell - befangen und linkisch zeigte und Goethe ihm nur
höflich-distanziert begegnete.
Im Jahr 1826 veröffentlichte Heine den Reisebericht Harzreise. Im gleichen
Jahr begann seine Geschäftsbeziehung zu dem Hamburger Verlag Hoffmann und
Campe. Julius Campe sollte bis zu Heines Tod sein Verleger bleiben. Er
brachte im Oktober 1827 den Lyrikband Buch der Lieder heraus, der Heines
Ruhm begründete und bis heute populär ist. Der romantische, oft
volksliedhafte Ton dieser und späterer Gedichte, die unter anderem in Robert
Schumanns Dichterliebe vertont wurden, traf den Nerv nicht nur seiner Zeit.
Verse wie "Im wunderschönen Monat Mai" oder "Ein Junge liebt ein Mädchen"
bringen bei Lesern des 21. Jahrhunderts die gleiche Saite zum Schwingen wie
bei den Zeitgenossen Heines.
Aber Heine überwand den romantischen Ton bald, indem er ihn ironisch
unterlief und die Stilmittel des romantischen Gedichts auch für Verse
politischen Inhalts nutzte. Er selbst nannte sich einen „entlaufenen
Romantiker“. Hier ein Beispiel für die ironische Brechung, in dem er sich
über sentimental-romantische Naturergriffenheit lustig macht:
Das Fräulein stand am Meere
und seufzte lang und bang.
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang.
Mein Fräulein! Sein sie munter,
das ist ein altes Stück;
hier vorne geht sie unter
und kehrt von hinten zurück.
Heine selbst erlebte das Meer zum ersten Mal in den Jahren
1827 und 1828 auf Reisen nach England und Italien. Seine Eindrücke schilderte er
in weiteren Reisebildern, die er zwischen 1826 und 1831 veröffentlichte. Dazu
gehören z. B. der Zyklus Nordsee und die Werke Die Bäder von Lucca und Ideen.
Das Buch Le Grand, letzteres ein Bekenntnis zu Napoleon und den Errungenschaften
der Französischen Revolution. In dieser Zeit wurde Heine allmählich als großes
literarisches Talent wahrgenommen. Seit Anfang der 1830er Jahre verbreitete sich
sein Ruhm in Deutschland und Europa.
Pariser Jahre
Wegen seiner politischen Ansichten zunehmend angefeindet - vor
allem in Preußen - und der Zensur in Deutschland überdrüssig, ging Heinrich
Heine 1831, nach dem Ausbruch der französischen Julirevolution, nach Paris. Hier
begann seine zweite Lebens- und Schaffensphase. Zeit seines Lebens sollte Heine
sich nach Deutschland sehnen, wie sein bewegendes Gedicht In der Fremde belegt:
Ich hatte einst ein schönes Vaterland.
Der Eichenbaum
Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft.
Es war ein Traum.
Das küsste mich auf deutsch und sprach auf deutsch
(Man glaubt es kaum
Wie gut es klang) das Wort: „Ich liebe dich!“
Es war ein Traum.
Doch er sollte dieses Vaterland nur noch zweimal wiedersehen.
Endgültig wurde Paris zu Heines Exil, als seine Werke - auch alle zukünftigen -
1833 in Preußen und 1835 auf Beschluss des Frankfurter Bundestages in allen
Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes verboten wurden.
Das gleiche Schicksal traf die Dichter des Jungen Deutschland. Im Beschluss des
Bundestages hieß es, die Mitglieder dieser Gruppe zielten darauf ab, „in
belletristischen, für alle Klassen von Lesern zugänglichen Schriften die
christliche Religion auf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden
Verhältnisse herabzuwürdigen und alle Zucht und Sittlichkeit zu zerstören.“
Abb.:
Johann Friedrich Cotta
Für Heine tat sich aber schon 1832 eine neue Einnahmequelle als Pariser
Korrespondent der Augsburger Allgemeinen Zeitung von Johann Friedrich Cotta auf,
dem Verleger Schillers und Goethes. Seine Zeitungsartikel aus dieser Zeit
veröffentlichte er 1833 in Buchform unter dem Titel Französische Zustände.
Im selben Jahr zeigten sich die ersten Symptome der Krankheit -
Lähmungserscheinungen, Kopfschmerzattacken und Sehschwächen - die ihn am Ende
seines Lebens acht Jahre ans Bett fesseln sollte.
Zunächst aber genoss er das Leben in Paris. Er begegnete etwa dem utopischen
Sozialisten Saint-Simon und Größen des französischen und deutschen Kulturlebens
wie Hector Berlioz, Ludwig Börne, Frédéric Chopin, George Sand, Alexandre Dumas
und Alexander von Humboldt.
Abb.:
Ludwig Börne
Die Weltstadt inspirierte Heine in den folgenden Jahren zu einer Flut von
Essays, politischen Artikeln, Polemiken, Denkschriften, Gedichten und
Prosawerken. In Schriften wie Französische Zustände (1832) versuchte er, den
Deutschen Frankreich und den Franzosen Deutschland näher zu bringen. Dabei
gelangen ihm Analysen von nahezu prophetischer Qualität, beispielsweise im
Schlusswort von "Zur Geschichte der Religion und
Philosophie in Deutschland". Heine schrieb diesen Text 1834 an die
Adresse der Franzosen, 99 Jahre vor der Machtergreifung jener, die auch seine
Bücher verbrennen sollten:
"Das Christentum - und das ist sein schönstes Verdienst - hat jene brutale
germanische Kampflust einigermaßen besänftigt, konnte sie jedoch nicht
zerstören, und wenn einst der zähmende Talisman, das Kreuz, zerbricht, dann
rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige
Berserkerwut(...) Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner. Der
deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig und
kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn ihr es einst
krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wisst:
der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden
die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in den fernsten Wüsten
Afrikas werden sich in ihre königlichen Höhlen verkriechen. Es wird ein Stück
aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie
eine harmlose Idylle erscheinen möchte."
Früher als die meisten erkannte Heine den zerstörerischen Zug im deutschen
Nationalismus, der sich - anders als der französische - nicht mit den Ideen von
Demokratie und Volkssouveränität verband. Der Dichter spürte in ihm einen
untergründigen Hass auf alles Fremde:
"Aber wir verstehen uns bass,
Wir Germanen auf den Hass.
Aus Gemütes Tiefen quillt er,
Deutscher Hass! Doch riesig schwillt er,
Und mit seinem Gifte füllt er
Schier das Heidelberger Fass."
Weitere wichtige Werke jener Jahre waren auch Die romantische Schule (1836),
Über Ludwig Börne (1840) und das Romanfragment Der
Rabbi von Bacharach (1840).
Im Jahr 1841 heiratete Heine die Schuhverkäuferin Eugenie Crescentia Mirat, die
er seit 1834 kannte. Eines mochte er an Mathilde, wie er sie liebevoll nannte,
ganz besonders: dass sie kein Wort deutsch sprach und selbst nach langen
Ehejahren keinen wirklichen Begriff davon hatte, mit welch bedeutendem Dichter
sie verheiratet war.
1843 schrieb Heine sein Gedicht Nachtgedanken, das mit den oft zitierten Worten
beginnt:
"Denk' ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht."
Er verband darin die Sorge um die politischen Zustände in Deutschland mit der um
seine dort allein lebende, verwitwete Mutter. Nicht zuletzt um sie wieder zu
sehen und ihr seine Frau vorzustellen, unternahm Heinrich Heine 1843 und 1844
seine zwei letzten Reisen nach Deutschland. Dabei lernte er auch Karl Marx und
Ferdinand Lassalle kennen. Später arbeitete Heine an Marx' Zeitschriften
Vorwärts! und Deutsch-Französische Jahrbücher mit.
Mitte der 40er Jahre entstanden auch Heines große Versepen Atta Troll und -
angeregt durch seine erste Reise - Deutschland. Ein Wintermärchen. Darin ging er
mit Staat, Kirche und Gesellschaft Deutschlands äußerst bissig ins Gericht und
versprach ganz im Sinne Marxens:
Ein neues Lied, ein besseres Lied
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.
Seine „neuen und besseren Lieder“ veröffentlichte Heine 1844
in der Lyriksammlung Neue Gedichte, in der auch das „Wintermärchen“ zuerst
erschien.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Heine
Deutschland. Ein Wintermärchen (1844):
Caput I - -
Caput II
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Der Rabbi von Bacherach
Vaterland
- - Warnung - - Loreley
- - Donna Clara - -
Belsazar
- - König David -
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