Shimon Peres, der 1998 75
Jahre alt wird, hat jahrzehntelang die verschiedensten Ämter in der
israelischen Politik bekleidet und war bis zu seiner knappen Wahlniederlage
gegen Benjamin Netanyahu 1996 Nachfolger des ermordeten Ministerpräsidenten
Rabin.
»Das Leben hat zwei Geschichten, die
wirkliche und die erträumte.«
»Feinde sind der Stoff, aus dem
Partner werden.«
»In zweitausend Jahren wurden die
Erinnerungen zu unserem Land.«
»Man kann nicht über Religion reden,
als sei sie etwas fest Eingefrorenes.«
»Ein Weiser aus dem alten
Griechenland wurde einmal gefragt, worin der Unterschied zwischen Krieg
und Frieden bestehe. Er antwortete: 'Im Krieg begraben die Väter ihre
Kinder, im Frieden tragen die Kinder ihre Väter zu Grabe'.«
»Man muß stark sein nicht um der
Stärke willen, sondern um Frieden schließen zu können.«
»Ich habe immer wieder erlebt, wie
Menschen einen Wahlkampf gewonnen haben und dann nicht wußten, was sie
mit dem Sieg anfangen sollten.«
»Die Internationalisierung Jerusalems
ist eher ein ferner Traum als eine realistische Position.«
»Besatzer zu sein ist eine traurige
Erfahrung. Doch ich bin nicht der Meinung, daß uns das wirklich
korrumpiert hat.«
»Wir leben in einer Welt ohne
Grenzen, aber die Grenzen existieren in unseren Köpfen alle weiter.«
Shim'on Peres, Träger des Friedensnobelpreises, ist eine
der profiliertesten Persönlichkeiten der Weltpolitik. Neben Jizhak Rabin war
er der Motor des Nahost-Friedensprozesses.
Robert Littell hat fünf Gespräche mit Shimon Peres
geführt, die sehr viel mehr sind als nur Interviews. Littell und Peres sind
gleichwertige Gesprächspartner, klug, belesen, differenziert. Durch die
versierte Gesprächsführung Littells gewinnen die Persönlichkeit und das
intellektuelle Format Peres' scharfe Konturen. Peres berichtet über seine
Kindheit in einem weißrussischen Schtetl, seine frühen geistigen Prägungen,
über seinen Weg nach Palästina, über die Staatsgründung Israels und über die
langwierige und komplizierte Arbeit am Friedensprozeß im Nahen Osten und
seine diffizilen diplomatischen Hintergründe.
Die Gespräche enden nicht mit Peres' (einstweiligem)
Ausscheiden aus der aktiven Politik. Vielmehr zeigt sich, welch
verschiedene, auch ganz konkreten Formen die »Arbeit für den Frieden«
annehmen kann. Peres engagiert sich in drei Stiftungen, von denen eine
seinen Namen trägt. Ein außergewöhnliches Porträt eines faszinierenden
Staatsmannes.
Robert Littell, ehemaliger
Korrespondent von Newsweek im Nahen Osten und in der Sowjetunion, hat
zwölf Romane veröffentlicht. Sein Werk ist in ein Dutzend Sprachen übersetzt
worden und hat einhelliges Lob der Kritik auf beiden Seiten des Atlantiks
geerntet. Auf deutsch erschienen u. a. Spion im Spiegel (1992),
Moskau mon amour (1993), Der Gastprofessor (1995). |