|
|
| Hier finden Sie
archivierte Buchbesprechungen aus
den 90er Jahren. Aktuellere
Besprechungen finden Sie unter
buecher.hagalil.com oder in
den täglich aktuellen Nachrichten
von
haGalil.com... |
|
|
[buecher.judentum.de]
Kunst, Musik und Literatur:
Aktuelle Meldungen aus dem jüdischen KulturLeben
ISRAEL
|
BÜCHER AUS UND ÜBER ISRAEL
 |
DEM TOD ENTGEGEN
Zwei Erzählungen
Taschenbuch, Euro 7,50
In der ersten Erzählung Kreuzzug erzählt Amos Oz die
Geschichte des Grafen Guillome de Touron, der im Jahre 1096 mit
einem buntgemischten Troß aufbricht, Jerusalem zu erobern. Doch der
Kreuzzug scheitert: an Eis und Sturm und dem Fanatismus der
Kreuzfahrer selbst.
Späte Liebe ist der innere Monolog eines alt gewordenen
Redners für die sozialistische Bewegung im Israel der siebziger
Jahre. In seiner Vision werden in Rußland ständig Komplotte zur
Vernichtung Israels geschmiedet. Auch er muß an seinem Fanatismus
scheitern.
Beide Erzählungen haben ein gemeinsames Thema: die
Vorstellung vom anderen als des absolut Bösen zerbricht diejenigen,
die sich von dieser Vorstellung beherrschen lassen. Amos Oz zeigt
sich hier erneut als meisterhafter Schilderer menschlicher
Verhaltensweisen.
|
Auch Israel und
Palästina bei den VI. Filmtagen des Mittelmeers
Filmische Impressionen, mit 24
Produktionen aus Israel, Palästina, Ägypten, Mazedonien, Bosnien, Rumänien.
vermitteln die Filmtage des Mittelmeers in Tübingen und Stuttgart. Eröffnet
wird das Festival mit dem Streifen «Al massir» («Das Schicksal») des
ägyptischen Regisseurs Youssef Chahine. Zahlreiche Regisseure und
Schauspieler der z.T. Erstaufführungen bzw. preisgekrönten Werke (z.B. Inas
Al Degheidy aus Ägypten, die als wichtigste Filmemacherin des arabischen
Raums gilt). wollen mit den Zuschauern über die gezeigten Filme sprechen.
Tübingen / Stuttgart - vom 25. November bis zum 2. Dezember |
Stuttgart: Facing
the Reality
Im Stuttgarter Landtages wird derzeit eine Ausstellung von über 40
zeitgenössischen Bildern, Fotografien und Skulpturen israelischer Künstler
gezeigt. Am 20-10-98 wurde die Ausstellung von zehn Künstlern mit dem Titel:
"Facing the Reality" eröffnet. Die Schirmherrschaft hat die israelische
Botschaft übernommen. Konzipiert wurde die Ausstellung zum 50-jährigen
Gründungsjubiläum des Staates Israel.


- Literatur in Israel:
Eine neue Rubrik der Stadtbibliothek Köln
Die Literatur Israels gehört zu den interessanten und aufregenden
Gegenwartsliteraturen.
Junge
Schriftsteller und Schriftstellerinnen erzählen ironisch,
unkonventionell und expressiv von ihren ganz persönlichen Erfahrungen, ohne
diese mit den großen und schmerzhaften Themen Israels in einen unmittelbaren
Zusammenhang zu bringen.
Galten lange Zeit nur die Erlebnisse der aus Europa stammenden
Pioniergeneration als repräsentativ und erzählenswert, so finden seit
einigen Jahren auch die Geschichten der sefardischen Juden und ein neuer
Umgang mit dem Zionismus Eingang in die zeitgenössische Literatur.
 |
Shimon Peres Vor 75 Jahren, am 15.08.1923,
kam im polnischen Wishnewa (heute Weißrußland) Shimon Peres zur
Welt.geboren. 1933 wanderte seine Familie nach Palästina aus. Bereits
als Fünfzehnjähriger betätigte sich Peres in der sozialistischen
Jugendbewegung und in der Untergrundorganisation 'Haganah', die für die
Unabhängigkeit des Staates Israel kämpfte.
Als enger Vertrauter Ben-Gurions gehört er zu den
Staatsgründern. ,,Es ging schlicht um die Frage: Wann, wenn nicht
jetzt? Und ich fühlte mich voll und ganz als Ben-Gurions Verbündeter."
Shimon Peres amtierte u.a. als Ministerpräsident, Verteidigungsminister,
Finanzminister und Außenminister. In den Regierungszeiten der Likud-Partei
profilierte er sich wiederholt als Oppositionsführer der Arbeitspartei.
,,Ich suche keine Posten, ich kämpfe für ein Ziel. Und je nachdem, was der
Frieden erfordert, werde ich mich entscheiden." Im Oktober 1994 erhielten
Shimon Peres, Yitzhak Rabin
und Yassir Arafat für ihr beispielloses Engagement im Nahost-Friedensprozeß
den Friedensnobelpreis. ,,Ich bin ein Träumer, der für Pragmatik gesorgt
hat, der pragmatisch die Wirklichkeit verändert hat. Ich habe mein Leben
nicht mit Träumen verbracht. Ich wußte, daß man nachts träumt, daß man den
Traum aber, wenn es Morgen wird, in Wirklichkeit verwandeln muß." (Zitate
aus 'Arbeit für den Frieden'. |


|
Etgar Keret:
GAZA BLUESKerets Streifzuge durch Tel
Aviv sind geschrieben wie erzählerische Videoclips: poetische, schnelle
Bilder aus dem Israel der neunziger jahre. Sie sind präzise, überraschend
und ohne Sentiment.
Die Sujets der einzelnen Erzählungen sind denkbar unterschiedlich:
Von Großstadtnächten und Alkoholexzessen, von Meschuggenen aller Schichten
bis zu den Kämpfen und Krämpfen, die auch in israelischen Familien das
gemeinsame Wochenende prägen. Die Ich-Erzähler dieser an der Grenze von
Komik und Verzweiflung, Poesie und Brutalität entlanggeführten Geschichten
sind Kinder oder junge Erwachsene, die ihren Platz in der Gesellschaft noch
suchen. Keret beherrscht souverän die kurze Prosaform. Er nutzt
ungewöhnliche Perspektiven, die dem Leser ein unvermutet frisches, neues
Bild Israels vermitteln.
»Keret hat einen scharfen Blick für das groteske Detail, für den
Aberwitz des Alltäglichen, und darum sieht er in der Trostlosigkeit immer
wieder Lebenslust und Schönheit aufblitzen.« FAZ
Etgar Keret, 1967 in Tel Aviv geboren, unterrichtet an der Film-
und Fernsehakademie in Tel Aviv. ''Gaza Blues'' stand in Israel wochenlang
auf der Bestsellerliste.
Erzählungen
Aus dem Hebräischen von Barbara Linner
|

Vor 50 Jahren, am 14.05.1948
David Ben Gurion verkündet die Unabhängigkeit Israels
David Ben Gurion verliest die Unabhängigkeitsdeklaration des Staates
Israel (nach dem jüdischen Kalender jährt sich dieses Ereignis am
29./30.04.1998).
50 Jahre Israel
bei Fischer
50 Jahre Israel bei
Suhrkamp
- Gummigeschosse
Ausgangspunkt für das Buch von Yaron Ezrachi ist
ein Bild, das er während der Intifada im israelischen Fernsehen sieht: Ein
Soldat richtet sein Gewehr auf einen palästinensischen Jungen. Die kurz
darauf eingeführten Gummigeschosse mit weicher Hülle und hartem Kern sind
für ihn ein Symbol für den Konflikt zwischen Gewalt und Gewissen. Sein
essayistisches Buch behandelt die veränderte Einstellung zur Gewalt vor dem
Hintergrund der Individualisierung der Gesellschaft.
Yaron Ezrachi:

Gewalt und Gewissen.
Alexander Fest Verlag, 1998, 49,80 Mark
- Gabriele Tergit: Im Schnellzug nach
Haifa
Die Berliner Journalistin Gabriele
Tergit, Autorin des legendären Romans ''Käsebier erobert den
Kurfürstendamm'', flüchtete 1933 über Prag nach Palästina. Wie bei vielen
anderen Emigranten war auch ihre Ankunft in Haifa geprägt von Trauer über
das Verlorene, von Skepsis und von Angst.
Lesen Sie die Kurzgeschichte: ''Frau
Doktor''
- Friedrich Schreiber zeichnet ein
lebendiges Porträt des jüdischen Staates:
Schalom
Israel - Nachrichten aus einem friedlosen Land
Geschildert werden das Land, seine Geschichte und seine Menschen.
Kritisch nimmt das Buch aber auch die national-orthodoxen
Tendenzen, die Israels Demokratie heute zu spalten drohen, in den Blick. Das
Buch verbindet historische Perspektive und journalistische Erfahrung zu
einer spannenden Reportage.
- Israel-Preis '98 geht an den wohl
bekanntesten Schriftsteller Israels - Amos Oz:
Rechte Politiker wollen klagen
Zum 50.Jahrestag der Unabhängigkeit soll der Israel-Preis für
Litaratur an den Schriftsteller und Friedens-Aktivisten Amos Oz vergeben
werden. Dagegen regt sich starke Kritik rechtsorientierter Kreise.
- Peter Scholl-Latour: Lügen im Heiligen
Land
Der Schriftsteller und Publizist Peter
Scholl-Latour (Aufnahme vom 2.10.1996) veröffentlicht unter dem Titel "Lügen
im Heiligen Land" ein Buch, das sich pessimistisch mit der Situation im
Nahen und Mittleren Osten auseinandersetzt. Scholl-Latour kommt zu dem
Schluß, daß der Friedensprozeß bereits gescheitert ist.
|
 |
|
|
|
|
|
|